Der Staat bezahlte zweimal für eigene Ersatzteile: Betrugssystem im Wert von 350 Millionen Hrywnja aus Charkiwer Militärdepots

Im Zeitraum 2022–2024 soll eine Unternehmensgruppe und mehrere Einzelunternehmer Ersatzteile für Panzerfahrzeuge aus Armeelagern entwendet haben, indem sie diese als durch Beschuss zerstört abschrieben und anschließend dieselben Güter an staatliche Rüstungsunternehmen zurückverkauften. Das Nationale Korruptionsbekämpfungsbüro und die Generalstaatsanwaltschaft teilten mit, dass gegen zwei Verdächtige Anklage erhoben wurde.

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Працівник Національного антикорупційного бюро (Фото: НАБУ)

Im Laufe von drei Jahren — von 2022 bis 2024 — kaufte der Staat nach Angaben der Ermittler etwas, das ihm bereits gehörte. Das Nationale Antikorruptionsbüro der Ukraine (NABU) und die Spezialisierte Antikorruptionsstaatsanwaltschaft gaben bekannt, dass dem Organisator des Betrugssystems und dem ehemaligen stellvertretenden Kommandanten einer Militäreinheit in der Region Charkiw in einer Sache vorgeworfen wird, in der über 350 Millionen Griwna unterschlagen wurden.

So funktionierte das System

Nach Angaben der Ermittler wurden Ersatzteile für gepanzerte Fahrzeuge in Lagern einer der Militäreinheiten in der Region Charkiw gelagert. Diese wurden abgeschrieben — offiziell als durch russische Anschläge zerstört. Danach floss das Eigentum, das tatsächlich noch im Umlauf war, in ein Netzwerk von Unternehmen und Einzelunternehmern, die von zwei Personen kontrolliert wurden. Anschließend verkauften die gleichen Komponenten diese an Staatsverteidigungsbetriebe zurück — über Verträge mit einem Gesamtwert von über 350 Millionen Griwna.

Das Schlüsselelement des Schemas — der Zugang zu den Lagern. Hier sieht die Ermittlung die Rolle des ehemaligen stellvertretenden Einheitenkommandanten: Nach Angaben des NABU sicherte er die Entfernung des Eigentums und seine fiktive Abschreibung.

Bestechung mit Haushaltsgeräten und Baumaterialien

Die Zahlung an den Beamten wurde laut Ermittlungen nicht in bar geleistet. Der Organisator des Systems bezahlte seine persönlichen Einkäufe — Haushaltsgeräte, Baumaterialien und andere Waren. Die Gesamtsumme solcher Zahlungen wird vom NABU vorläufig auf mindestens 2,8 Millionen Griwna geschätzt.

«Derzeit wurde Verdacht vorgebracht gegen: den ehemaligen stellvertretenden Kommandanten der Militäreinheit — Teil 5 des Artikels 27, Teil 4 des Artikels 410 (Diebstahl von Militäreigentum), Teil 4 des Artikels 368 (Annahme von unzulässigen Vorteilen), Artikel 366-3 (Nichtmeldung) des Strafgesetzbuches der Ukraine; Organisator des Systems — Teil 3 des Artikels 369 (Gewährung von unzulässigen Vorteilen) des Strafgesetzbuches der Ukraine»

NABU, offizielle Erklärung

Umfang und bekannte Grenzen

Die Ermittlung umfasst zwei Jahre der aktiven Kriegsphase — eine Zeit, in der die Nachfrage nach Ersatzteilen für gepanzerte Fahrzeuge kritisch war und die Kontrolle über die Abschreibung von Eigentum minimal war. Es war genau diese Kombination, die das System nach der Logik der Anklage möglich machte.

  • Zwei Personen erhielten Verdacht: der Organisator des Systems und der ehemalige stellvertretende Kommandant der Einheit.
  • Die Gruppe umfasste mehrere juristische Personen und Einzelunternehmer, die tatsächlich von zwei natürlichen Personen kontrolliert wurden.
  • Höhe des unzulässigen Vorteils für den Beamten — 2,8 Millionen Griwna aus 350 Millionen Griwna Umsatz des Systems.
  • Die Ermittlung hat nicht bekannt gemacht, welcher Teil der 350 Millionen Griwna direkte Staatsschäden darstellt und welcher — die Kosten echter, «reiner» Lieferungen in denselben Verträgen.

Verdacht ist ein Verfahrensschritt, kein Urteil. Die Schuld der Verdächtigen wird durch das Gericht festgestellt.

Eine offene Frage, die dieser Fall systematisch aufwirft: Wenn der Mechanismus der Abschreibung von Eigentum als «durch Beschuss zerstört» keine unabhängige Überprüfung hat — wie viele ähnliche Systeme bleiben unentdeckt, bis einer der Beteiligten Fehler macht?

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