Systematische Arbeit brachte Ergebnisse
Im Dezember 2025 verzeichneten, nach Angaben des Oberbefehlshabers der ukrainischen Streitkräfte, Oleksandr Syrskyi, Einheiten der Drohnen der Verteidigungskräfte der Ukraine erstmals die Neutralisierung ungefähr derselben Anzahl von Okkupanten, wie Russland in einem Monat mobilisiert hatte. Das sind keine triumphalen Parolen — es ist ein Indikator für das Tempo der Operationen und die Effektivität neuer Ansätze beim Einsatz von Drohnen, der direkte Auswirkungen auf die Sicherheit und Logistik des Feindes hat.
„Der vergangene Dezember war der erste Monat, in dem die Drohnen-Einheiten der Verteidigungskräfte der Ukraine etwa so viele Angehörige der Besatzungsarmee neutralisierten, wie Russland in einem Monat eingezogen hat. Der Feind verlor über 33 000 Angehörige. In diese Zahl gehen nur per Video bestätigte Fälle ein, doch die tatsächlichen Verluste der Okkupanten sind höher“
— Oleksandr Syrskyi, Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte
Was hinter den Zahlen steckt
Neben den Gesamtverlusten nannte Syrskyi operative Zahlen: Im Dezember führten die Einheiten unbemannter Luftfahrtsysteme rund 339 000 Einsätze durch, und bodengebundene robotische Komplexe fast 2 100. Seiner Aussage zufolge stieg die Gesamtzahl der getroffenen oder zerstörten Ziele um 31%, und die Zahl der angegriffenen russischen Truppen um mehr als ein Viertel.
Warum das wichtig ist
Erstens liefert der Vergleich mit der russischen Mobilmachung einen klaren Bezugsrahmen: Drohnen schaffen ein operatives Ungleichgewicht, das die Fähigkeit des Gegners zur Auffüllung seiner Kräfte schwächt. Zweitens unterstreicht es die Ressourceneffizienz und die Schnelligkeit der Reaktion — Drohnenoperationen sind kostengünstiger als konventionelle Angriffsoperationen, verursachen aber spürbare Verluste beim Gegner.
Das Expertenumfeld weist darauf hin, dass solche Ergebnisse eine Kombination aus Technologien, Aufklärung, Logistik und der Ausbildung von Bedienpersonal sind. Es handelt sich nicht um Einzelfälle, sondern um das Ergebnis einer umfangreichen, systematischen Arbeit, die bereits das operative Lagebild an der Front beeinflusst.
Risiken und Herausforderungen
Syrskyi warnte auch vor den Plänen des Gegners: Die Russen streben offenbar an, 2026 die Personalstärke ihrer Einheiten unbemannter Systeme zu verdoppeln — auf über 160 000 Personen. Das bedeutet, dass die steigende Effektivität unserer Drohnen auf immer ernsthaftere Gegenmaßnahmen und ein massives Aufrüsten unbemannter Ressourcen beim Feind treffen wird. Daher muss die Ukraine nicht nur ihre eigenen Kapazitäten ausbauen, sondern auch die Luftabwehr, die elektronische Kriegsführung, Produktionsketten und die Ausbildung des Personals verstärken.
Kurzes Fazit
Die Ergebnisse des Dezembers 2025 zeigen: Die Drohnenkampagne ist zu einem wichtigen Faktor der strategischen Widerstandsfähigkeit der Ukraine geworden. Zugleich ist dies ein Signal an die Partner — Absichtserklärungen zur Unterstützung müssen in konkrete Verträge für Fluggeräte, Komponenten und Unterstützungssysteme münden. Ob es gelingt, das Tempo zu halten und zugleich die Gegenwehr des Gegners zu verstärken, ist die zentrale Frage für 2026.