Was passiert ist
Am 6. Februar und in der Nacht zum 7. Februar teilte der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine mit, dass ukrainische Kräfte nach ersten Angaben das Öldepot «Балашово» in der russischen Oblast Saratow getroffen hätten. Die Entfernung vom von der Ukraine kontrollierten Gebiet beträgt über 400 km Luftlinie; die Ergebnisse des Angriffs werden derzeit noch überprüft.
"Die Verluste des Feindes und das Ausmaß der verursachten Schäden werden noch geklärt"
— Generalstab der Streitkräfte der Ukraine
Weitere gemeldete Angriffe
In derselben Mitteilung listete der Generalstab mehrere weitere Ziele auf:
- im besetzten Teil der Oblast Запорізької — ein Drohnenführungszentrum in der Nähe von Рівнопілля sowie eine Truppenansammlung bei Дорожнянка wurden getroffen;
- in der vorübergehend besetzten Region Донеччина — ein Schlag auf den Standort einer Reparatureinheit bei Ялта;
- in der Region Донеччина (in der Nähe von Миколаївка) — Treffer eines Drohnenführungszentrums und eines Raketensystemes (РСЗВ) im Gebiet Полтавка;
- in der russischen Oblast Белгородська — ein Schlag auf eine Truppenansammlung in der Nähe des Dorfes Дронівка.
Separat berichtete LIGA.net unter Berufung auf einen Gesprächspartner beim SBU über einen möglichen Treffer eines Chemieunternehmens in der Oblast Тверська, das angeblich Komponenten für Treibstoff von Marschflugkörpern herstellt.
Warum das wichtig ist
Erstens deutet eine Distanz von über 400 km auf die Fähigkeit hin, Angriffe auf große Entfernung durchzuführen, oder auf den Einsatz mehrerer Mittel in einer kombinierten Operation. Dies wirkt sich auf die logistische Flexibilität Russlands aus — die Beschädigung eines Öldepots kann potenziell die Versorgung mit Treibstoff für Technik und Luftfahrt in den Einsatzgebieten erschweren.
Zweitens treffen Schläge auf Drohnenführungsstellen und Reparatureinheiten die Möglichkeiten des Gegners, das Tempo der Angriffe aufrechtzuerhalten und Technik instand zu setzen. Analysten weisen darauf hin, dass die systematische Arbeit zur Zerstörung logistischer Knotenpunkte nach und nach die Widerstandsfähigkeit der Offensivfähigkeiten des Gegners verringert.
Kontext und Risiken
Die russische Seite hat bislang keine ausführlichen Angaben zum Ausmaß der Schäden gemacht; der Generalstab betont ebenfalls, dass die Daten noch geprüft werden. Parallel meldeten Analysten von Deepstate ein Vordringen der Russen im Gebiet Дронівка (in der Nähe des ukrainischen Грабовське), was die Bedeutung von Schlägen in Grenzregionen als Mittel der Abschreckung erhöht.
Wie es weitergeht
Wenn sich die Beschädigung des Öldepots und anderer Objekte bestätigt, hätte das zwei praktische Folgen: eine kurzfristige Verringerung der Vorräte und der Manövrierfähigkeit des Gegners sowie einen psychologischen Effekt auf die Versorgungsketten. Die endgültige Lage wird jedoch erst eine genauere Klärung der Verluste und technischen Details zeigen.
Dies ist ein Beispiel dafür, wie die Kombination aus Fernangriffen und lokalen Treffern auf Führungs- und Logistikknoten den operativen Gleichgewicht verändern kann, ohne lautstarke Erklärungen — ein wichtiger Bestandteil der modernen Verteidigungsstrategie der Ukraine.