Macron kündigt freiwilligen Wehrdienst an: Bis 2030 werden 10.000 Soldaten erwartet

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat die Einführung eines freiwilligen Militärdienstes von zehn Monaten für 18- bis 19-jährige Bürger angekündigt. Bis 2030 sollen 10.000 Soldaten rekrutiert werden; für das Programm sind mehr als 2 Milliarden Euro vorgesehen.

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Der französische Präsident Emmanuel Macron kündigte die Einrichtung eines neuen freiwilligen Militärdienstes an, der bis Mitte 2026 starten soll. Dies werde dem Land helfen, auf die wachsenden Bedrohungen zu reagieren, berichtet Reuters.

Macron zufolge wird der freiwillige Dienst von zehn Monaten für alle 18- und 19-Jährigen offenstehen. Sie erhalten eine Vergütung, und für die Finanzierung des Programms sind 2 Mrd. Euro vorgesehen.

Im Jahr 2026 hofft Frankreich, 3.000 Personen für den Dienst in der Armee zu gewinnen, und bis 2030 die Zahl der Soldaten auf 10.000 zu erhöhen.

"Frankreich kann nicht untätig bleiben. Mein Ziel – bis 2036 eine Zahl von 50.000 jungen Menschen zu erreichen, abhängig von den sich wandelnden Bedrohungen"

– sagte Macron.

Perspektiven für die Teilnehmer

Nach Abschluss des zehnmonatigen Dienstes können die Teilnehmenden des Programms in den Streitkräften verbleiben, Reservisten werden oder ins zivile Leben integriert werden.

Die allgemeine Wehrpflicht habe für die heutigen Bedürfnisse Frankreichs keinen Sinn, so der Präsident, und er befürwortet ihre Abschaffung im Jahr 1996.

"Wir können nicht zur Wehrpflicht zurückkehren. Dieses hybride Modell der Armee entspricht den künftigen Bedrohungen und Risiken, indem es Jugendliche, die einen Nationaldienst leisten, Reservisten und die aktive Armee zusammenführt"

– fasste er zusammen.

Ausbaupläne

Ein Mitarbeiter Macrons teilte mit, dass Frankreich bis 2030 beabsichtige, einen Reservestab von 100.000 Personen bereitzustellen, während dieser derzeit nur 47.000 betrage. Geplant sei, dass die Gesamtstärke der französischen Armee bis 2030 rund 210.000 Personen betragen werde.

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