Malokaterynivka unter Druck: Wie Infiltrationen am »Grund« des Stausees die Umgebung von Saporischschja bedrohen

Russland versucht, bis an die Randgebiete von Saporischschja vorzurücken, indem es das ausgetrocknete Bett des Kachowka-Stausees sowie massive Drohnenangriffe nutzt. Wir analysieren die Taktik des Feindes, die Reaktion der ukrainischen Streitkräfte und die realen Risiken für die Stadt.

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Vororte im Visier

Nach Angaben von LIGA.net mit einem Kommentar des Sprechers der Verteidigungskräfte des Südens, Vladyslav Voloshyn, hat der Feind bereits vereinzelte Versuche unternommen, in die Ortschaft Malokaterynivka—de facto ein Vorort von Saporischschja— vorzudringen. Das sind keine isolierten Markierungen auf der Karte: DeepState registriert das Vorrücken einer „grauen Zone“, und vor Ort kommt es zu Gefechten, die die Sicherheit der Stadt beeinflussen können.

Taktik des Feindes: Bewegung über den «Bodengrund»

Das Fehlen einer Wasserbarriere hat die Regeln der Fortbewegung verändert. Russische Infiltrationsgruppen versuchen, das frühere Bett des Kachowsker Stausees zu nutzen, um entlang des Flusslaufs zu überqueren und über den Fluss Konka von Osten in die Ortschaft einzudringen.

„Dort gibt es überwiegend Wochenendhausgebiete und keine große massive Bebauung… Die Infiltrationsgruppen des Gegners versuchen einzudringen und so weit wie möglich vorzurücken, indem sie ausnutzen, dass der Kachowsker Stausee nicht mehr besteht und man sich ‚am Grund‘ bewegen kann.“

— Vladyslav Voloshyn, Sprecher der Verteidigungskräfte des Südens

Reaktion der ukrainischen Streitkräfte (ZSU): Aufklärung und Angriffe

Ukrainische Einheiten führen aufklärende Such- und Such‑und‑Schlag‑Operationen durch, um solche Gruppen noch auf den Zufahrtswegen zur Ortschaft zu erkennen und zu vernichten. Laut Voloshyn hat es bereits lokale Gefechte gegeben, in denen der Gegner zurückgeschlagen wurde.

„Dort gab es sogar mehrere Gefechte. Weil wir aufklärende Such- und Such‑und‑Schlag‑Aktionen durchführen und solche Gruppen vernichten.“

— Vladyslav Voloshyn, Sprecher der Verteidigungskräfte des Südens

Was das für Saporischschja bedeutet

Wesentliche Folgen sind ein Anstieg der Zahl von Drohnen über Malokaterynivka, eine verstärkte Nutzung von Prymorske als Bühne für Sturmgruppen sowie eine erhöhte Konzentration von Angriffen in angrenzenden Richtungen. Voloshyn berichtete von 65 Angriffen binnen eines Tages in Richtung Huliaipole — ein Signal für die Intensität der gegnerischen Aktivität und dafür, dass sich manche Abschnitte zu einer „großen grauen Zone“ entwickeln.

Auf strategischer Ebene warnt die Führung der Aufklärung: Moskau setzt sich zum Ziel, 2026 die Kontrolle über den Donbass und Teile der Region Saporischschja zu verstärken, sodass solche lokalen Operationen Teil eines breiteren Drucksystems werden.

Fazit

Infiltrationen „am Grund“ sind nicht nur ein taktischer Zug, sondern ein Hinweis auf eine Veränderung des operativen Umfelds: Der Feind passt sich den neuen Bedingungen an und versucht, jeden logistischen Korridor zu nutzen. Die Antwort muss umfassend sein: effektive Aufklärung, gezielte Schläge gegen Infiltrationsgruppen, Verstärkung der Flugabwehr und Unterstützung durch Partner, um die Verteidigungsfähigkeit an den Zufahrten nach Saporischschja zu stärken. Ob die Partner bereit sind, die notwendigen Mittel bereitzustellen, und ob genügend Zeit für deren Einsatz bleibt — das wird die zentrale Frage der nächsten Wochen sein.

„Das ist bereits ein ortsnaher Siedlungsort. Denn der Gegner versucht, Prymorske vollständig unter Kontrolle zu bringen, es als Ort zu nutzen, an dem sich Sturmgruppen sammeln, die anschließend in Richtung Stepnohirsk vorstoßen. Die Lage dort ist ziemlich kompliziert.“

— Vladyslav Voloshyn, Sprecher der Verteidigungskräfte des Südens

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