Nächtlicher Angriff auf Kiew: Trojeschtschina — rund 600 Häuser ohne Versorgung, in der Stadt Tausende ohne Heizung

Ein massiver Schlag gegen die Energieversorgung hat den Alltag der Kiewer erschwert. Wir klären, was die Dienste tun, welche Risiken weiterhin bestehen und was das für die Sicherheit der Stadt bedeutet.

239
Aktie:

Was geschehen ist

In der Nacht zum 24. Januar wurde Kiew Ziel eines massiven Angriffs: Berichten zufolge hat Russland 21 Raketen und 375 Drohnen abgefeuert. Die Luftstreitkräfte melden, dass die Luftabwehr etwa 357 Drohnen und 15 Raketen abgeschossen habe, doch es kam dennoch zu Schäden an der Infrastruktur.

Die schwierigste Lage herrscht in Trojeschtschyna: rund 600 Gebäude sind vollständig ohne Versorgungsleistungen (Heizung, Wasser, Strom). Insgesamt sind in der Stadt etwa 6000 Gebäude ohne Heizung. In Kiew gibt es einen Toten und vier Verletzte; in Charkiw mehr als 30 Verletzte. In der Oblast Tschernihiw sind Hunderttausende Anschlüsse ohne Strom.

Wie die Dienste reagieren

Die kommunalen Dienste und Energieversorger arbeiten im verstärkten Modus. Im Desnjanskyj-Bezirk werden zusätzliche Wärme- und Versorgungszentren eingerichtet: Anlaufstellen in den Schulen Nr. 263, Nr. 264, Nr. 306, Nr. 275, Nr. 293 haben bereits mobile Heizkessel für den schnellen Anschluss erhalten. Der Staatliche Katastrophenschutzdienst (ДСНС) richtet ebenfalls Zelte als Wärmepunkte ein.

"Die städtischen Dienste tun alles, um die durch die Angriffe des Feindes verursachte Krise zu überwinden, der versucht, die Hauptstadt von Strom, Wärme und Wasser abzuschneiden"

— Vitali Klitschko, Bürgermeister

Die Notfallteams konzentrieren ihre Ressourcen auf die verwundbarsten Netze — Heizwerke, Umspannwerke und Hauptleitungen. Teile der Reparaturarbeiten können Stunden oder Tage in Anspruch nehmen, je nach Ausmaß der Schäden und Witterungsbedingungen.

Warum das wichtig ist

Angriffe auf die Energieversorgung haben nicht nur eine taktische, sondern auch eine politische Dimension: Die Zerstörung von Heiz- und Wasserversorgungssystemen erschwert das Leben der Zivilbevölkerung und erhöht den Druck in diplomatischen Prozessen. Im Außenministerium wird dies bereits als ein Mittel des Drucks auf das Verhandlungsformat bezeichnet.

Experten für Energie und Verteidigung betonen: Die kritische Infrastruktur benötigt Reservekapazitäten und schnelle Reparaturen sowie verstärkten Schutz. Derzeit hat die Sicherheit der Menschen Priorität: Wärmezentren, Versorgung mit Trinkwasser, Wiederherstellung des Betriebs von Krankenhäusern und Wohngebäuden.

Wie es weitergeht

Die Schwierigkeit der Wiederherstellung hängt von der Geschwindigkeit der Einsatzteams und der Effektivität der Luftabwehr ab. Die Frage an Regierung und Partner lautet, wie die Widerstandsfähigkeit des Energiesystems erhöht und die Verwundbarkeit der Stadt mittelfristig verringert werden kann.

Das ist eine Mahnung: Der Krieg berührt den Alltag von Millionen Menschen. Davon, wie schnell und systematisch Dienste und Gemeinschaft handeln, hängt ab, wie gut Kiew solchen Schlägen standhalten kann.

Weltnachrichten