Kurz und wichtig
Die Ermittler haben die Identität aller 40 Menschen bestätigt, die in der Silvesternacht bei einem Brand in einer Bar im Skigebiet Crans‑Montana ums Leben kamen. Das berichtete die Agentur Bloomberg unter Berufung auf die Behörden des Kantons Wallis. Unter den Todesopfern sind Staatsangehörige der Schweiz, Frankreichs, Italiens und Portugals; der Jüngste war 14 Jahre alt.
Was genau bekannt ist
Den Ermittlungen zufolge löste das Entzünden von Isolationsmaterial im Keller des Clubs mit bengalischen Feuern einen Brand aus, der sich zu einem explosionsartigen Ereignis auswuchs. Bei dem Vorfall wurden 119 Menschen verletzt; viele von ihnen wurden in Brandverletztenzentren in Nachbarländern gebracht, da die Schweizer Krankenhäuser an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen waren.
Am Freitag kündigte die Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis die Einleitung eines Strafverfahrens gegen die beiden Besitzer der Bar Le Constellation an; mögliche Anklagepunkte sind fahrlässige Tötung. Die Bar gehört einem französischen Paar: Die Frau befand sich im Lokal und erlitt Brandverletzungen, der Mann hielt sich zu diesem Zeitpunkt an einem anderen Ort auf, berichtet BFMTV.
"Die Untersuchung wird alle Aspekte der Tragödie prüfen: die Zahl der in die Bar eingelassenen Personen, verfügbare Notausgänge und die bei Renovierungsarbeiten verwendeten Materialien."
— Béatrice Pillu, leitende Staatsanwältin des Kantons Wallis
"Alle Todesopfer wurden identifiziert. Die Namen werden vorerst nicht veröffentlicht, um die Familien zu schützen."
— Ein Sprecher der Kantonspolizei Wallis (Pressemitteilung)
Folgen und internationaler Widerhall
Die Schweiz hat eine fünftägige nationale Trauer angeordnet. Der Vorfall wirft Fragen zur Kontrolle der Auslastung von Einrichtungen, zu Feuer-schutzstandards und zur Zertifizierung von Baustoffen an Orten mit großem Publikumsandrang auf – insbesondere während Feiertagen und Konzerten.
Lehren für die Ukraine
Für die Ukraine ist diese Tragödie nicht nur fremdes Leid, sondern auch eine praktische Warnung. Im Krieg muss das zivile Sicherheitswesen auf erhöhte Risiken eingestellt sein: die Überprüfung von Evakuierungswegen, die Begrenzung der Belegung, die Kontrolle nicht zertifizierter Materialien bei Renovierungsarbeiten in Lokalen – all dies reduziert das Risiko zahlreicher Opfer. Außerdem sollte die Ausstattung der Brandverletztenzentren und die interregionale Koordination medizinischer Evakuierungen gestärkt werden.
Fazit
Die Ermittlungen laufen noch, aber bereits jetzt ist klar: Die Ursache der Tragödie liegt in der Kombination gefährlicher Materialien und des dichten Gedränges in einem geschlossenen Raum. Erwartete Gerichtsverfahren und neue Vorschriften für Skigebiete und Nachtbetriebe könnten die Sicherheitspraktiken in Europa verändern. Die Fragen an die Leitung der Einrichtungen und die Aufsichtsbehörden bleiben einfach: Werden die Lehren ausreichen, um eine weitere Tragödie zu verhindern?