Friedensrat für Gaza: erste Sitzung am 19. Februar — was das für die Diplomatie ändert und warum es für die Ukraine wichtig ist

Axios berichtet, dass das Weiße Haus die erste Sitzung des Friedensrats für den 19. Februar plant — Ziel: die zweite Phase des Waffenstillstands voranzutreiben und Mittel für den Wiederaufbau zu sammeln. Wir analysieren, welche Garantien und Risiken sich hinter der diplomatischen Initiative verbergen und warum Kiew die Entwicklung der Ereignisse genau verfolgen sollte.

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Kurz

Laut Axios unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten US-Beamten und Diplomaten aus vier Ländern plant die US-Administration, am 19. Februar die erste Sitzung der Staats- und Regierungschefs im Rahmen des Friedensrats für den Gazastreifen abzuhalten. Offizielles Ziel ist, die Umsetzung der zweiten Phase des Waffenstillstands voranzutreiben und eine Konferenz zur Mittelbeschaffung für den Wiederaufbau durchzuführen.

„Das wird die erste Sitzung des Friedensrats und eine Konferenz zur Mittelbeschaffung für den Wiederaufbau Gazas sein“

— ein namentlich nicht genannter US-Beamter

Was genau auf der Tagesordnung steht

Das Weiße Haus soll bereits damit begonnen haben, Dutzende Länder zu kontaktieren, um zu klären, welche Staats- und Regierungschefs teilnehmen können und um die Logistik zu regeln. Ein gesondertes Signal ist das geplante Treffen des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu mit dem US-Präsidenten am 18. Februar, einen Tag vor dem Gipfel. Netanjahu hat die Einladung angenommen, die Satzung des Rates jedoch noch nicht unterzeichnet.

Parallel dazu finden Gespräche der Vermittler — Ägypten, Katar und die Türkei — über Elemente der Entwaffnung/Demilitarisierung statt, ohne die Israel erklärt, es könne seine Truppen nicht abziehen und mit dem Wiederaufbau nicht beginnen.

Widersprüche und strukturelle Risiken

Die Initiative ist bereits auf Skepsis gestoßen: Bei der Gründung des Rates auf dem Davos-Forum haben sich viele westliche Partner nicht angeschlossen — teilweise wegen Bestimmungen der Satzung, die dem Vorsitzenden weitreichende Befugnisse einräumt und ein Vetorecht einer einzelnen Person vorsieht. Das weckt Bedenken hinsichtlich der Legitimität und der Frage, ob der Rat zu einem parallelen Gremium werden könnte, anstatt mit dem UN-Sicherheitsrat zusammenzuarbeiten.

Außerdem bestehen Differenzen zwischen den Erklärungen der israelischen Seite (kurze Fristen für die Entwaffnung der Hamas) und der offiziellen Position der US-Administration (die den Prozess als längeren und schrittweisen bewertet), was die rasche Umsetzung der zweiten Phase des Waffenstillstands erschwert.

Was das für die Ukraine bedeutet

Die Ukraine hat bereits erklärt, dem Friedensrat erst nach Beendigung ihres eigenen Kriegs beizutreten, und erwähnt diese Institution in ihrem 20-Punkte-Friedensplan. Warum Kiew besonders darauf achten sollte:

  • Modell für den Wiederaufbau: Finanzierungs- und Steuerungsmechanismen für den Wiederaufbau Gazas könnten Präzedenzcharakter für künftige Nachkriegsprogramme in anderen Konfliktgebieten haben, einschließlich der Ukraine.
  • Spielregeln: Form und Befugnisse des Rates zeigen, wer die Regeln bestimmt — und ob diese die Souveränität der beteiligten Staaten schützen.
  • Geopolitische Signale: Die Teilnahme oder Ablehnung durch Schlüsselallianzen sendet Vertrauenssignale in die Institution; für Kiew ist es wichtig, dass der Wiederaufbau nicht als Instrument politischen Drucks gegenüber den von Aggression betroffenen Staaten genutzt wird.

Fazit

Das geplante Datum, der 19. Februar, signalisiert Absicht, ist aber keine Garantie für ein Ergebnis: Das Projekt befindet sich noch in einem frühen Stadium, und zentrale Fragen — Demilitarisierung, Legitimität und finanzielle Architektur — bleiben offen. Für die Ukraine ist es entscheidend zu beobachten, dass internationale Wiederaufbau‑Mechanismen transparent, multilaterale ausgestaltet und die Interessen der betroffenen Länder schützend sind, statt Instrumente einseitiger Einflussnahme zu werden.

Offene Frage: Wird sich der Friedensrat als wirksamer Mechanismus für den Wiederaufbau erweisen oder zu einer politischen Plattform mit intransparenten Regeln — und können internationale Partner das Gleichgewicht zwischen schneller Hilfe und Sicherheitsgarantien für die gesamte Gemeinschaft erreichen?

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