Am 25. Mai traf eine russische Rakete ein ziviles Unternehmen in Derhatschi – einer Stadt 17 km von Charkiw entfernt. Zwei Tote: ein 68-jähriger und ein 25-jähriger Mann. Von 19 Verletzten wurden 17 mit Sprengverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert, drei in kritischem Zustand. Dies teilt der Leiter der Charkiwer Militärverwaltung Oleg Synjehubow und die Charkiwer Gebietsstaatsanwaltschaft mit.
Was wurde getroffen und was zerstört
Die Rakete zerstörte Lagerhallen des Unternehmens, beschädigte Last- und Personenkraftwagen sowie Gebäude benachbarter Organisationen. Ein Brand entstand – die Einheiten des Katastrophenschutzes löschten ihn. Der Raketentyp wurde offiziell nicht präzisiert: Der Anschlag auf Derhatschi ereignete sich tagsüber, während die Hauptwelle des nächtlichen Beschusses Marineflugkörper Ch-101 und „Kalibr" von Tu-95 und Tu-160 sowie ballistische „Iskander-M" umfasste.
Kontext: kein isolierter Anschlag
Derhatschi ist kein einzelnes Ziel. Nach Angaben der Luftstreitkräfte der Streitkräfte der Ukraine setzte Russland in der Nacht zum 25. Mai 367 Luftangriffswaffen ein: 9 ballistische Raketen „Iskander-M/KN-23" aus der Region Kursk, 55 Marineflugkörper Ch-101 und „Kalibr" aus der Region Saratow und der Schwarzmeerzone sowie über 290 Drohnen. Die Luftverteidigung schoss 45 Marineflugkörper ab.
„Russland führte einen der größten kombinierten Anschläge seit Beginn der vollständigen Aggression durch"
Außenministerium der Ukraine, Erklärung vom 25. Mai 2025
Analysten von Defense Express weisen auf ein untypisches Detail hin: Russland setzte strategische Bomber Tu-160 ein – zum ersten Mal seit November 2024. Dies könnte auf einen Mangel an üblichen Trägerflugzeugen Tu-95 hindeuten, nicht auf eine Steigerung des Potenzials.
Derhatschi – chronisches Ziel
Die Stadt in der Derhatschi-Gemeinde wird regelmäßig angegriffen: Der nächtliche Beschuss vom 25. Mai traf auch das benachbarte Kosaw-Lozownja. Die Region Charkiw bleibt eine der am meisten angegriffenen Regionen – sowohl wegen der Nähe zur Front als auch wegen der infrastrukturellen Dichte.
Der Anschlag auf den Lagerkomplex zeigt keine Anzeichen eines Fehlers: Das Unternehmen liegt in einem bevölkerten Gebiet, unter dem Personal sind Zivilisten unterschiedlichen Alters. Die Staatsanwaltschaft leitete ein Verfahren wegen Verletzung der Kriegsgesetze und -gebräuche ein.
Wenn Russland tatsächlich Trägerflugzeuge aufbraucht und knappe Tu-160 selbst für Anschläge auf Lagerhäuser in Vorortgebieten einsetzt – bedeutet dies, dass die Taktik des „massiven Drucks" zunehmend vom Produktionstempo abhängt, nicht von der strategischen Zielauswahl?