Systematische Arbeit, die nicht immer die Schlagzeilen erreicht
Die Verteidigungskräfte sammeln nicht nur strategische Erkenntnisse, sondern auch praktische taktische Lösungen — und im Jahr 2025 wurde dies zu einem der zentralen Errungenschaften. Dieser Prozess wird nicht nur in offiziellen Lageberichten dokumentiert, sondern auch in offenen Diskussionen von Soldaten in den sozialen Medien sowie in analytischen Beiträgen von Defense Express und Interviews von LIGA.net mit Kämpfern, die diese Lehren unmittelbar umsetzen.
Wie Erfahrung zu Ergebnissen wird
Es geht nicht um vereinzelte heroische Episoden, sondern um den Mechanismus der „Rückkopplung“: Felderfahrung — Diskussion — Anpassung von Taktiken und Verfahren — praktische Umsetzung an den Positionen. Genau diese Abfolge hat es ukrainischen Einheiten ermöglicht, gegnerischen Angriffen besser zu begegnen und kritische Frontabschnitte zu stabilisieren.
"Wir können beobachten, wie sich das in Debatten zwischen verschiedenen Militärangehörigen in den sozialen Netzwerken niederschlägt, darüber, wie und wo man besser kämpfen sollte. Das ist nicht nur vom Wunsch getrieben, öffentlich zu glänzen, sondern auch davon, dass militärische Erfahrung sich ansammelt und auf dem Schlachtfeld umgesetzt wird."
— Angehöriger des 413. Regiments "Reid", Rüstungsexperte bei Defense Express (Kommentar für LIGA.net)
Pokrovsk als Indikator taktischer Überlegenheit
In der Praxis zeigt sich das Ergebnis an konkreten Punkten — unter anderem bei der Abwehr von Sturmversuchen bei Pokrovsk. Dort, wo russische Einheiten auf ein schnelles Durchbrechen gesetzt hatten, zeigte die ukrainische Verteidigung Anpassungsfähigkeit und Standhaftigkeit. Die Stadt hörte auf, ein „leichtes Ziel“ zu sein, und wurde zu einem Problem für den Gegner.
"Pokrovsk sollte zum Symbol für den raschen Zusammenbruch der Ukraine werden, doch das geschah nicht. Die Stadt wurde zum Symbol für Probleme für Russland. Deshalb sehen wir trotz aller unserer Probleme, dass es den Verteidigungskräften gelungen ist, die Front zu stabilisieren."
— Angehöriger des 413. Regiments "Reid", Rüstungsexperte bei Defense Express (Kommentar für LIGA.net)
Sozialer Beleg und internationaler Kontext
Neben den Feldzeugnissen gibt es auch breitere Signale: Ende des Jahres betonte der Oberbefehlshaber Oleksandr Syrskyi das Ausbildungsniveau und die Gefechtsbereitschaft der ukrainischen Streitkräfte und verwies dabei auf die Zahl der neutralisierten Feinde, die zu einer Bewertung der Einsatzbereitschaft herangezogen wurde.
"Derzeit hat die Ukraine eine der stärksten und erfahrensten Armeen der Welt. Und fast 420.000 neutralisierte russische Okkupanten im Laufe des Jahres 2025 sind ein eindrücklicher Beleg dafür."
— Oleksandr Syrskyi, Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Ukraine
Wie weiter: Risiken und Chancen
Das Halten von Positionen und das Ansammeln taktischer Erfahrung sind kein Selbstzweck. Sie bilden die Grundlage für die nächsten Schritte: Verbesserung der Ausbildung, Optimierung der Logistik und eine effektivere Integration neuer Waffen. Zugleich hängt der Effekt von der fortlaufenden Unterstützung der Partner und davon ab, wie schnell diese Lehren auf Ebene von Brigaden und Korps skaliert werden.
Zusammenfassung: Das Jahr 2025 hat gezeigt, dass Anpassung auf taktischer Ebene spürbare strategische Effekte bringt. Die nächste Frage ist, ob es gelingt, lokale Erfolge in einen dauerhaften Vorteil auf breiterer Front zu verwandeln und sie materiell-technisch zu sichern. Das ist bereits eine Aufgabe für das Kommando und die internationalen Partner.