Russland signalisiert den USA eine Anerkennung der Krim — Selenskyj: Kiew wird eine verfassungswidrige Entscheidung nicht unterstützen

Auf hoher diplomatischer Ebene zählen nicht laute Erklärungen, sondern stille Absprachen. Selenskyj warnt: Sollte ein Streit zwischen Washington und Moskau ukrainische Interessen berühren, wird Kiew einer Anerkennung der Krim oder anderen Vereinbarungen, die der Verfassung widersprechen, nicht zustimmen. Wir erläutern, warum das gerade jetzt wichtig ist.

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Kurz

Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte bei einem Treffen mit Journalisten am 6. Februar (Korrespondentin von LIGA.net), dass Russland den USA Signale zur Anerkennung der Krim senden könnte, Kiew solche Abkommen jedoch nicht unterstützen werde, wenn sie der Verfassung und den Interessen der Ukrainer widersprechen.

Die Position Kiews

"Ich glaube, dass Russland höchstwahrscheinlich ein Signal an Amerika sendet – erkennt die Krim an. In dem Bewusstsein, dass die Ukraine das nicht anerkennt. Und in dem Bewusstsein, dass die Ukraine Einfluss im europäischen Segment hat."

— Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine

Selenskyj betonte, dass die Ukraine auf Beteiligung an Diskussionen bestehen werde, die ihre territoriale Integrität betreffen, und keine Entscheidungen unterstützen werde, die "für uns entscheiden" und dem nationalen Recht widersprechen.

Was die USA und Russland vorschlagen

Dem Präsidenten zufolge könnten in den Beziehungen zwischen Moskau und Washington Vorschläge auftauchen, die Kiew nicht direkt betreffen, aber seine Interessen tangieren. Selenskyj berichtete außerdem von einem wirtschaftlichen Angebot Russlands an die USA in Höhe von $12 Billionen und von einem Vorschlag Washingtons, den Krieg bis zum Sommer zu beenden und dreiseitige Verhandlungen in Miami zu führen.

Warum das wichtig ist

Wenn Teile der Verhandlungen über den Status der besetzten Gebiete ohne Beteiligung der Ukraine stattfinden, besteht das Risiko, Annexionen zu legitimieren und einen Präzedenzfall zu schaffen, der internationale Normen untergräbt. Analysten weisen darauf hin, dass die Anerkennung der Krim als russisch nicht nur ein symbolischer Schritt wäre — sie hätte Auswirkungen auf Sanktionen, die Sicherheit in Europa und das Vertrauen in Garantien für territoriale Integrität.

"Und das darf auf keinen Fall gegen die Interessen der Ukrainer geschehen"

— Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine

Fazit

Kiew stellt eine klare Bedingung: Jegliche Kompromisse in Bezug auf Territorien müssen mit der Ukraine abgestimmt sein und der Verfassung entsprechen. Nun liegt die Frage bei den Partnern — sind sie bereit, diplomatische Signale und Erklärungen in Verträge zu verwandeln, die keine neuen Risiken für die Ukraine und die Region schaffen?

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