USA bestätigen Bereitschaft zur Überwachung eines Waffenstillstands — was ändert das für die Sicherheit der Ukraine?

Während der Gespräche in Abu Dhabi wurde die amerikanische Beteiligung an der Überwachung des Waffenstillstands bestätigt. Wir analysieren, warum das gerade jetzt wichtig ist und welche technischen und politischen Fragen noch offen sind.

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Position und Quelle

Während eines Pressebriefings in Abu Dhabi teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj mit, dass die USA ihre Bereitschaft bestätigen, sich an der Überwachung eines möglichen Waffenstillstands im Krieg Russlands gegen die Ukraine zu beteiligen. Die Information übermittelte die Korrespondentin von LIGA.net. Nach Angaben des Staatsoberhauptes besprachen die militärischen Seiten den technischen Aspekt einer solchen Überwachung und Möglichkeiten ihrer Umsetzung.

"Das heißt, die USA bestätigen ihre Teilnahme. Was Europa betrifft — das bedeutet nicht, dass sie in diesem Prozess nicht vertreten sein werden. Ich sage nur, worüber wir gesprochen und worüber wir nicht gesprochen haben bei diesem Treffen in Abu Dhabi"

— Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine

Warum das wichtig ist

Die Beteiligung der USA an der Überwachung bedeutet nicht nur technische Möglichkeiten (Satelliten, Aufklärung, Überwachungssysteme), sondern auch politisches Gewicht, das die Chancen auf Einhaltung der Bedingungen eines Waffenstillstands erhöhen kann. Die amerikanische Präsenz schafft eine zusätzliche Vertrauensebene für die ukrainische Seite und erhöht potenziell die Kosten für die Seite, die den Waffenstillstand verletzt.

Was bereits in Abu Dhabi vereinbart wurde

Die Verhandlungen am 4.–5. Februar unter Beteiligung der Ukraine, Russlands und der USA endeten mit einer Vereinbarung über einen Gefangenenaustausch und der Erörterung von Methoden zur Umsetzung des Waffenstillstands und dessen Überwachung. Nach Angaben Selenskyjs begann die russische Delegation außerdem, konkreter über Mechanismen zur Kontrolle des Waffenstillstands zu sprechen.

Risiken und offene Fragen

Selbst bei bestätigter amerikanischer Beteiligung bleiben zentrale technische und rechtliche Fragen offen: Welches Mandat wird die Überwachung haben, welche Instrumente und mit wem genau werden die Beobachter Zugang haben, sowie welche Mechanismen es zur Reaktion auf Verstöße geben wird. Selenskyj betonte, dass die USA „für sich sprechen“ — das heißt, die Amerikaner seien bereit, für ihre eigene Beteiligung Verantwortung zu übernehmen, aber sie ersetzen nicht andere internationale Akteure des Prozesses.

Fazit

Wenn die USA mit einem entsprechenden technischen und politischen Mandat in den Überwachungsmechanismus eintreten, könnte dies die Chancen auf die Einhaltung des Waffenstillstands erhöhen. Die Wirksamkeit wird jedoch von klaren Verfahren, internationaler Koordination und der Bereitschaft der Parteien abhängen, ihre Verpflichtungen einzuhalten. Nun liegt es an der Formalisierung dieser Vereinbarungen — werden Reden und Abmachungen in klare Kontrollmechanismen umgesetzt?

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