Die USA setzen eine Frist: Selenskyj — über den Vorschlag, den Krieg bis zum Sommer zu beenden und was das für die Ukraine bedeutet

Die US-Seite schlägt angeblich vor, den Krieg bis zum Beginn des Sommers zu beenden und könnte die Parteien an diesen Zeitplan binden. Wir analysieren, warum das gerade jetzt wichtig ist und welche Risiken und Chancen sich daraus für Kiew ergeben.

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Was der Präsident sagte

Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte Journalisten mit, dass die USA vorschlagen, den Krieg bis zum Beginn des Sommers zu beenden und wahrscheinlich die Parteien genau nach diesem Zeitplan unter Druck setzen werden. Die Information übermittelte die Korrespondentin von LIGA.net.

"Die Amerikaner schlagen den Parteien vor, den Krieg bis zum Beginn dieses Sommers zu beenden, und werden wahrscheinlich die Parteien genau nach einem solchen Zeitplan unter Druck setzen."

— Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine

Warum das geschah: die Logik der USA

Nach Angaben Selenskyjs ist die amerikanische Politik teilweise durch innere Prozesse determiniert — vor allem durch die Arbeit des Kongresses und den Wahlzyklus. Es ist eine pragmatische Kalkulation: Wenn die außenpolitische Agenda mit der innenpolitischen zu konkurrieren beginnt, ändern sich die Prioritäten. Analysten weisen darauf hin, dass große Akteure häufig versuchen, Konflikte in kürzere, kontrollierbare Episoden zu überführen, um die politischen Risiken im Inland zu verringern.

Was für die Ukraine wichtig ist

Für Kiew ist es entscheidend, dass die amerikanische Beteiligung nicht nur ein Zeitrahmen ohne weitere Garantien ist. Selenskyj betonte den Wunsch, dass die USA im Verhandlungsprozess bleiben und helfen, Sicherheitsmechanismen und die Konsequenz der Schritte sicherzustellen — einen Sequence Plan, wie er es formulierte. Gleichzeitig hob der Präsident hervor, dass er keine Signale erhalten habe, dass die USA beabsichtigen würden, die Verhandlungen zu verlassen, falls bis Juni kein Frieden erreicht werde.

"Wir haben der amerikanischen Seite schon lange vorgeschlagen, einen wirklich klaren Sequence Plan zu haben. Damit alle verstehen, worauf sich die Parteien einlassen, zu welchem Zeitpunkt, in welchen Phasen."

— Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine

Kontext der Verhandlungen

Der Verhandlungsprozess läuft weiter: Mit Beteiligung der Ukraine, Russlands und der USA wurden in Abu Dhabi am 4.–5. Februar Vereinbarungen über einen Gefangenenaustausch erzielt und Methoden für Waffenruhe und Monitoring diskutiert. Die vorige Runde am selben Ort fand am 23.–24. Januar statt — und der Präsident bewertete deren Ergebnisse positiv. Diese Treffen schaffen eine Plattform, auf der sowohl Fristen als auch Kontrollmechanismen aufgebaut werden können.

Folgen: Optionen für Kiew

Wenn die USA tatsächlich auf einem Abschluss bis zum Sommer bestehen, vermittelt das der Ukraine die Illusion eines schnellen Durchbruchs, schafft aber gleichzeitig das Risiko von Druck zu Zugeständnissen ohne ausreichende Sicherheitsgarantien. Die Alternative besteht darin, die zeitliche Grenze in eine Serie miteinander verknüpfter Schritte zu verwandeln: klare Etappen, Verifizierungsmechanismen und synchronisierte Unterzeichnungen von Garantien. Genau das strebt Kiew laut dem Präsidenten an.

Fazit

Der Vorschlag der USA, einen Rahmen bis zum Sommer zu setzen, ist sowohl eine Chance, einen beweglichen diplomatischen Fahrplan zu schaffen, als auch ein Risiko, wenn er nicht mit realen Garantien unterlegt ist. Jetzt sind die Partner am Zug: Ob sie den angekündigten Zeitplan in konkrete Schritte mit Garantien verwandeln — das ist die Schlüsselentscheidung der nächsten Monate.

Quelle der Aussage: Korrespondentin von LIGA.net; Informationen zu den Verhandlungsrunden — Daten 23.–24. Januar und 4.–5. Februar.

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