Der Tod von 375 Zivilisten und Militärangehörigen der Ukraine in russischen Gefängnissen wurde bestätigt. Der Beauftragte des Obersten Rates der Ukraine für Menschenrechte, Dmytro Lubinets, gab dies auf einer Pressekonferenz bekannt.
Seinen Angaben zufolge verfügt die Ukraine über eine separate Liste mit derzeit 375 Namen. Dies sind ukrainische Kriegsgefangene und Zivilgeiseln, deren Tod verifiziert wurde. Sie sind in ihre Heimat zurückgekehrt, um dort begraben zu werden.
Auf einer bei der Pressekonferenz gezeigten Folie wird darauf hingewiesen, dass Russland die Ukraine 375 Leichen von Personen übergeben hat, die als Kriegsgefangene verifiziert wurden. 146 von ihnen wurden offiziell vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz bestätigt, 229 wurden aus anderen Quellen verifiziert.
Haftbedingungen
Ukrainer in russischer Kriegsgefangenschaft werden häufig unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten: überbelegte Zellen, unzureichende Verpflegung, eingeschränkter Zugang zu medizinischer Versorgung und Hygienemitteln. Kriegsgefangene werden psychischer und körperlicher Gewalt, Folter, Drohungen und anderen Formen grausamer Behandlung ausgesetzt.
Der Ombudsmann wies darauf hin, dass fünf Kriegsgefangene von der Istanbuler Liste der schwerkranken Gefangenen unter den repatriierten Leichen im August des vergangenen Jahres gefunden wurden. Sie sollten ausgetauscht werden, doch die Ukraine erhielt nur die Leichen der Verstorbenen.
Daher sollten schwer verletzte und schwerkranke Kriegsgefangene bei Austauschvorgängen Vorrang haben, betonte Lubinets.
Unterschiedliche Zahlen – ein Problem
Im Juni 2026 gab das Büro des Generalstaatsanwalts etwas andere Statistiken an – 311 verstorbene Kriegsgefangene, darunter Militärangehörige und Zivilisten. Die Abweichung um mehr als 60 Fälle zeigt, wie schwierig es ist, das Schicksal von Menschen zu verifizieren, die in russische Kriegsgefangenschaft geraten sind: Einige Fälle werden erst lange nach dem Tod bestätigt.
Unter den Zivilisten, die in russischer Kriegsgefangenschaft starben, befinden sich die Journalistin Viktoria Roschyna und der Bürgermeister von Dniprorudne, Yevhen Matveev. Letzterer starb in einem Untersuchungsgefängnis Nr. 3 in der Region Perm in Russland an zahlreichen Verletzungen und Schäden.
- 146 Todesfälle wurden vom Roten Kreuz bestätigt.
- 229 wurden aus anderen Quellen verifiziert.
- 5 schwerkranke Personen von der Istanbuler Liste kehrten als Leichen anstatt zum Austausch mit Lebenden zurück.
Eine offene Frage bleibt: Wird die Priorisierung schwerkranker Kriegsgefangener bei Austauschvorgängen die derzeitige Praxis verändern, oder sind diese 375 Namen nur eine aktuelle und nicht die endgültige Zahl.