„Gedenkhelm“ von Heraskevych: NOK bittet IOC, die Ehrung gefallener Sportler zu erlauben

Das NOK ist der Ansicht, dass der Helm mit Porträts getöteter ukrainischer Sportler den Vorschriften und Sicherheitsanforderungen entspricht. Die Entscheidung des IOC könnte einen Präzedenzfall schaffen: Erinnerung oder Politik — wo liegt die Grenze bei den modernen Olympischen Spielen?

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Владислав Гераскевич (Фото: Facebook-акаунт спортсмена)

Das Wesentliche

Das Nationale Olympische Komitee der Ukraine hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) gebeten, dem ukrainischen Skeletonfahrer und Fahnenträger Vladyslav Heraskevych zu erlauben, bei den XXV. Olympischen Winterspielen einen Helm mit Porträts von Sportlern zu tragen, die infolge der russischen Aggression ums Leben gekommen sind. Dem NOK zufolge entspricht der Helm vollständig den Sicherheitsanforderungen und den Regeln des IOC, enthält keine Werbung, keine politischen Parolen oder diskriminierenden Elemente und wurde während der offiziellen Trainings bestätigt.

"Das NOK der Ukraine betont, dass er [der Helm] den Sicherheitsanforderungen und den Regeln des IOC vollständig entspricht, keine Werbung, keine politischen Parolen oder diskriminierenden Elemente enthält und während der offiziellen Trainings als den festgelegten Normen entsprechend bestätigt wurde"

— Nationales Olympisches Komitee der Ukraine

Warum das wichtig ist

Es geht nicht nur um ein einziges Accessoire. Die Frage berührt drei Ebenen: die Erinnerung an die Getöteten, die Olympischen Regeln zu politischen Symbolen und ein internationales Signal zur Wahrnehmung der russischen Aggression. Für die Ukraine wäre eine Zulassung eine formelle Anerkennung der Verluste im internationalen Sportkontext; ein Verbot hingegen würde eine Debatte über die Grenzen der Neutralität in Kriegszeiten auslösen.

Kontext und Fakten

Am 9. Februar 2026 erklärte Heraskevych, dass einer der IOC-Funktionäre die Verwendung des Helms mit Abbildungen von Sportlern, die infolge der russischen Aggression getötet wurden, verboten habe. Die Olympischen Spiele in Italien dauern vom 6. bis 22. Februar 2026; die Hauptaustragungsorte sind Cortina d'Ampezzo und Mailand, allerdings finden Wettbewerbe auch in anderen Regionen Norditaliens statt.

"Danke an Vladyslav dafür, dass er der Welt den Preis unseres Kampfes in Erinnerung ruft"

— Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine

Mögliche Folgen

Wenn das IOC den Helm zulässt, wäre dies ein Signal, dass symbolische Ehrungen der Opfer mit den Regeln vereinbar sein können. Wenn es ein Verbot ausspricht, wird das Thema Gegenstand einer breiteren öffentlichen Debatte darüber, wo die Grenze zwischen Gedenken und Politisierung des Sports verläuft. Experten des Sportrechts weisen bereits darauf hin: Die endgültige Entscheidung könnte einen Präzedenzfall für künftige Spiele im Kontext regionaler Konflikte schaffen.

Wie geht es weiter

Der nächste Schritt liegt nun beim IOC: Prüfung der Argumente des NOK und eine abschließende Entscheidung über die Zulassung. Für die ukrainische Seite ist die Frage zugleich symbolisch und praktisch — es geht um das Gedenken an getötete Sportler und um die Haltung der internationalen Gemeinschaft gegenüber der Aggression. Ob die internationale Gemeinschaft einen Weg findet, die Opfer des Krieges zu ehren, ohne die olympische Neutralität zu verletzen, ist eine Frage, deren Beantwortung nicht nur über einen Helm, sondern über die Standards künftiger Spiele entscheiden wird.

Weltnachrichten

Sport

Der Fahnenträger der Ukraine bei den Olympischen Spielen 2026, Vladyslav Heraskevych, sagte, er werde weiterhin einen Helm mit Porträts gefallener Sportler tragen. Diese Frage des Gedenkens wird zu einem Prüfstein für die Regeln des IOC und für die Aufmerksamkeit der Weltgemeinschaft gegenüber der Ukraine.

3 Stunden vor