Sturmbedingte Waffenruhe auf See: Warum Russland bis zum Frühjahr in seinen Raketenangriffen eingeschränkt ist

Der Sprecher der Seestreitkräfte erklärt, dass die halbjährliche Sturmsaison im Schwarzen und im Asowschen Meer den Abschuss von Seeraketen erheblich erschwert — bietet aber ein begrenztes Zeitfenster, um die Küstenverteidigung und die Aufklärung zu verstärken.

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Was passiert ist

Raketenstarts von Schiffen und U-Booten im Schwarzen und Asowschen Meer sind derzeit aufgrund der Sturmsaison erheblich erschwert. Das teilte in der Sendung des Tele-Marathons der Sprecher der Marine, Dmitro Pletenchuk, mit und betonte, dass das Meer in den letzten Tagen Sturmstärke aufweise.

„Stürme der Stärke drei bis vier dauern schon mehrere Tage an, der Einsatz maritimer Träger findet nicht statt. Nicht, weil die Schiffe nicht auslaufen könnten – das könnten sie –, sondern weil bei solch einem Meer in der Regel niemand das Starten riskiert.“

— Dmitro Pletenchuk, Sprecher der Marine

Warum das wichtig ist

Der stürmische Zustand des Meeres wirkt sich auf mehrere kritische Faktoren aus: die Stabilität des Trägers beim Start, die Zuverlässigkeit von Lenk- und Kommunikationssystemen sowie die navigationsbezogene Sicherheit der Stationierung. Neben den Wetterbedingungen wies Pletenchuk auf die geografischen Einschränkungen des Stützpunkts in Noworossijsk hin, wo die Navigation selbst bei mäßigem Wetter erschwert ist. Insgesamt erhöht dies das Risiko für die Durchführung massiver Marineangriffe erheblich.

Bestätigungen und weiterer Kontext

Dieses Bild wird durch mehrere verwandte Meldungen ergänzt: Im Dezember 2025 informierte die Marine über das Vorhandensein von zwei weiteren U-Boot-Trägern mit Kalibr-Raketen im Schwarzen Meer; am 5. Januar 2026 betonte die Türkei die Bedeutung der Sicherheit in der Gewässerzone; am 15. Januar berichtete der Marinesprecher über Versuche Russlands, die Bewegungen einer „Schattenflotte“ durch GPS-Spoofing zu verschleiern. Analysten und Experten für maritime Sicherheit weisen darauf hin: Der Wetterfaktor macht die Bedrohung nicht null, verschafft aber taktische Vorteile denen, die Informations- und Technikvorsprünge schnell zu nutzen wissen.

Folgen für die Ukraine und ihre Partner

Für die Ukraine bedeutet das eine kurzfristige Verringerung des Risikos gezielter maritimer Raketenangriffe und zugleich die Möglichkeit, die Küstenverteidigung zu verstärken, zusätzliche Mittel zur maritimen Aufklärung zu verlegen und den Plan für Luftpatrouillen anzupassen. Für Partner ist es ein deutliches Signal für die Bedeutung dauerhafter Überwachung der Gewässer und der Unterstützung der Beobachtungsmittel, selbst wenn die Aktivität des Gegners zurückgeht.

Wie es weitergeht

Der wetterbedingte Schutz wird voraussichtlich bis etwa Mitte des Frühlings andauern, doch das ist keine Garantie für vollständige Sicherheit: Der Gegner kann auf andere Mittel ausweichen – Bodenstarts, Luftangriffe oder mehrere kleinere Angriffe in günstigen Wetterfenstern. Daher lautet die Aufgabe, sich nicht zu entspannen, sondern diese Zeit zu nutzen, um Frühwarn- und Reaktionssysteme zu stärken. Ob es gelingt, den temporären Vorteil durch das Wetter in einen dauerhaften zu verwandeln, hängt von der Koordination der nationalen Kräfte und der Unterstützung durch Partner ab.

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