Stille als operative Ressource
In einer großen Operation sind oft nicht laute Meldungen, sondern rechtzeitige Zurückhaltung entscheidend. In einem Interview mit „Podrobytsi“ erklärte der Befehlshaber der Luftlande- und Sturmtruppen (DShV) der Streitkräfte der Ukraine, Generalmajor Oleh Apostol: gerade die Informationsstille habe es den Streitkräften ermöglicht, sich in bestimmten Abschnitten der Saporischschja-Richtung vorzubewegen, ohne dass der Gegner rechtzeitig Reserven heranführte.
"Die Stille vollständig wahren. Einschließlich in allen Phasen. Und das betrifft künftig einfach bestimmte Momente, Menschen, die nicht hervorgehoben werden sollten, besonders irgendwo unsere Erfolge."
— Oleh Apostol, Befehlshaber der Luftlande- und Sturmtruppen (DShV) der Streitkräfte der Ukraine
Was getan wurde und was bestätigt ist
Nach Angaben Apostols plante das Generalstab für die Einheiten der DShV einen konkreten Angriffsabschnitt, in dem der Gegner nicht konzentriert war — und genau dort konnten ukrainische Kräfte den Besatzer zurückdrängen. Apostol berichtete außerdem über die Bestätigung der Tötung von zwei gegnerischen Bataillonskommandeuren als Teil dieser Operation.
Es gibt auch offizielle Erfolgsmarker: Stand 23. Februar 2026 haben die Streitkräfte der Ukraine laut Angaben des Kommandos während des Gegenangriffs acht Ortschaften befreit und die Kontrolle über etwa 400 Quadratkilometer Gebiet in der Oblast Saporischschja wiedererlangt. Am 25. Februar meldete die Hauptverwaltung für Aufklärung (GUR) die Rückeroberung von Positionen bei Stepnohirsk.
"Ich kann nicht für die gesamte Richtung Saporischschja verantwortlich sein. Ich operiere nur in einem bestimmten Abschnitt. Und Sie verstehen ja, dass sie auch auf Orikhiv und eben Saporischschja selbst zielen. Hier, wo ich derzeit arbeite, kann man nicht sagen, dass es stabilisiert ist, weil man zum Beispiel jetzt so arbeitet, und eine Woche später erscheinen dann irgendwelche Reserven."
— Oleh Apostol, im Interview mit „Podrobytsi“
Risiken und nächste Schritte
Apostol weist direkt auf die größte Verwundbarkeit hin: Sobald der tatsächliche Lagebestand der russischen Führung bekannt wird, besteht ein hohes Risiko der schnellen Heranführung von Reserven und damit der Stilllegung des Vormarsches. Daher lautet die derzeitige Taktik, Erfolge nicht zu zeigen, bis ein nachhaltiges operatives Ergebnis gesichert ist.
Das erinnert noch einmal daran: Krieg ist nicht nur Heldentum, sondern auch Aufklärung, Logistik und Informationssicherheit. Analysten und Militärexperten betonen, dass sich taktische Erfolge nur dann in einen nachhaltigen strategischen Gewinn verwandeln lassen, wenn feldmäßige Operationen mit qualitativ hochwertiger Aufklärung, verlässlicher Logistik und Unterstützung durch Partner verbunden werden.
Fragen an Gesellschaft und Führung: Reichen die Ressourcen und die Zeit aus, um die Initiative in jenem Abschnitt, in dem derzeit die DShV operieren, zu halten und vorübergehende Vorstöße in langfristige Kontrolle zu überführen? Die Antwort hängt von den nächsten Entscheidungen des Generalstabs sowie von kontinuierlicher Unterstützung — materiell, nachrichtendienstlich und politisch — ab.