Anschlag auf Eisenbahn-Depot: Warum Eisenbahner zum Hauptziel des nächtlichen Angriffs wurden

Russland zielte nicht auf abstrakte „Infrastruktur" ab, sondern auf konkrete Menschen am Arbeitsplatz – auf sechs Mitarbeiter der Ukrainischen Eisenbahn, die einfach während ihrer Schicht getötet wurden.

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Наслідки атаки на Київ у ніч проти 1 вересня (Фото: ДСНС)

Wenn man von Schlägen auf die „Eisenbahninfrastruktur" spricht, vergisst man leicht, dass hinter diesem Wort konkrete Menschen in einer konkreten Schicht stecken. In der Nacht traf eine ballistische Rakete der RF gezielt das Depot der Ukrzaliznytsia in Kiew – von sieben Toten waren sechs Mitarbeiter des Unternehmens. Ein weiterer Arbeitnehmer liegt mit Verletzungen im Krankenhaus.

„Nächtliche Ballistische-Schläge auf Kiew – gezielt auf das Eisenbahndepot und andere Eisenbahnobjekte", schrieb der Vorstandsvorsitzende der UZ Oleksandr Pertsowskyi. Nach seinen Angaben gelang es „Dutzenden", sich in Schutzräumen zu retten, neben dem Depot wurde eine Werkstatt zerstört, und auf zwei Abschnitten musste der Verkehr wegen Brände vorübergehend unterbrochen werden.

Warum gerade das Depot

Ein Depot ist nicht einfach nur eine Reparaturwerkstatt, sondern ein Knotenpunkt, ohne den der Zugverkehr physisch unmöglich ist: Hier werden Lokomotiven gewartet, Züge zusammengestellt und Mängel behoben. Ein Treffer auf ein solches Objekt ist kein Schlag auf die Gleise, die schnell wiederhergestellt werden können, sondern ein Schlag auf die Fähigkeit der UZ, einen regelmäßigen Verkehr überhaupt aufrechtzuerhalten, einschließlich Evakuierungs- und Frachtverkehr.

Dies entspricht einem breiteren Trend: In den letzten Monaten greift die RF zunehmend nicht die Frontlinie an, sondern hintere logistische und Produktionsknotenpunkte – Lebensmittellager, Baumateriallager, Einzelhandelsobjekte. Die Eisenbahn nimmt in dieser Liste einen besonderen Platz ein, da sie sowohl die zivile Mobilität als auch einen Teil der militärischen Versorgung trägt.

Das Ausmaß einer Nacht

Der Angriff beschränkte sich nicht auf das Depot. In Kiew wurde Zivilinfrastruktur in fünf Bezirken beschädigt – Holosiivskyi, Darnytskyi, Dniprovskyi, Sviatoshynskyi und Solomianskyi. Laut KMVA gab es insgesamt in der Stadt acht Tote und sieben Verletzte, darunter drei Kinder.

In der Kiewer Region war der Schlag nicht weniger schmerzhaft: In Borispil beschädigte eine Rakete ein fünfgeschossiges Wohnhaus, aus dem 48 Menschen evakuiert wurden, und Autos auf einem Parkplatz daneben gerieten in Brand. Nach aktualisierten Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj starben in Borispil vier Menschen und 13 weitere wurden verletzt. Eine weitere Person starb an einem beschädigten Unternehmen in der gleichen Stadt.

Insgesamt starben in den Regionen infolge des nächtlichen Angriffs 12 Menschen, darunter ein indischer Staatsbürger, und Dutzende wurden verletzt.

Ein Problem, das Ballistik nicht zum Schweigen bringt

Die Hauptschwierigkeit für die Ukraine besteht nicht in der bloßen Anzahl der Schläge, sondern im Mangel an Raketen für Patriot-Systeme, die ballistische Ziele abfangen können. Drohnen können von mobilen Gruppen und elektronischen Kampfmitteln abgeschossen werden, aber gegen Ballistik bleiben Städte ohne ausreichende westliche Luftabwehrsysteme anfällig genau an dem Punkt, wo der Feind am gezielsten trifft – an großen Infrastrukturknoten innerhalb dichter Wohnbebauung.

Die Frage für die nächsten Wochen ist einfach: Wird die Ukraine in der Lage sein, zusätzliche Munition für Patriot zu erhalten, bevor die RF einen ähnlichen Schlag gegen einen anderen Verkehrs- oder Produktionsknoten wiederholt – denn nach Borispil und dem Kiewer Depot ist die Liste möglicher Ziele keineswegs geschlossen.

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