Im russischen Finanzministerium "vergaßen" sie die Ukraine, als sie über das G20-Treffen berichteten, obwohl die USA von Diskussionen über Trumps Plan sprachen

Das russische Finanzministerium erwähnte die Ukraine nicht in seinem G20-Bericht. Die USA erklärten, dass Bessent und Siljanow Trumps Plan zur Beendigung des Krieges erörtert hätten.

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Das russische Finanzministerium veröffentlichte seine Version der Verhandlungen während des Treffens der Finanzminister und Zentralbankchefs der G20 in den USA und erwähnte dabei nicht die Diskussionen über die Beendigung des Krieges gegen die Ukraine. Gleichzeitig berichteten amerikanische Medien und Vertreter der USA, dass der Leiter des US-Finanzministeriums Scott Bessent mit dem russischen Minister Anton Siluanov Donaldo Trumps Plan zur Regelung des russisch-ukrainischen Krieges erörterte, schreibt UNN.

Das russische Finanzministerium teilte mit, dass Siluanov am ersten Tag des Treffens an Sitzungen zur Situation in der Weltwirtschaft, zur Stimulierung des Wirtschaftswachstums und zur Regelung der Staatsschulden teilnahm. Im Bericht des russischen Ministeriums wird die Ukraine oder Verhandlungen über die Beendigung des Krieges nicht erwähnt. Siluanov hingegen sprach von der Notwendigkeit, G20 die Rolle eines Mechanismus der Finanzkoordination zurückzugeben, und nannte die „geopolitische Fragmentierung" und das Wachstum der globalen Verschuldung als Hauptprobleme der Weltwirtschaft.

Warum gerade jetzt

Siluanovs Erscheinen in Asheville war kein alltägliches Ereignis: Es war sein erstes persönliches G20-Finanzministertreffen seit April 2022, etwa sechs Wochen nach dem Beginn der vollumfassenden Invasion. Formal war das Treffen selbst der Anlass, aber der Inhalt der Verhandlungen, nach amerikanischer Darstellung, ging weit über die Finanzkoordination hinaus.

Nach Angaben von CNBC, Fox Business und anderen amerikanischen Medien erörterte Bessent während seines Treffens mit Siluanov in Asheville Trumps vorgeschlagenen Friedensplan. Fox Business präzisierte die Details: Der Korrespondent Edward Lawrence berichtete, dass die beiden Trumps 28-Punkte-Friedensplan für die Ukraine diskutierten. Der Plan selbst hatte bereits Änderungen erfahren: Der ursprüngliche von Trump vorgeschlagene Friedensplan mit 28 Punkten wurde später auf 20 reduziert.

Die Zeitleiste zeigt auch, dass das Finanzministertreffen in den USA nur einer von mehreren Kommunikationskanälen war. Eine Woche zuvor ereignete sich noch eine andere Veranstaltung: CIA-Direktor John Ratcliffe traf sich mit russischen Geheimdienstbeamten in Moskau, und dies war der erste öffentlich bekannte Besuch des CIA-Chefs in Moskau seit 2021. Nach Berichten von Axios ging es bei diesem Treffen auch um das Format weiterer Verhandlungen – ein Axios-Bericht besagte, dass Ratcliffe ein trilaterales Treffen zwischen Präsident Trump, Präsident Putin und Präsident Zelensky vorschlug, um den Krieg zu beenden.

Wem nutzt diese Konfiguration

Für Washington ermöglichen parallele Kanäle – der finanzielle (Bessent-Siluanov) und der Geheimdienstkanal (Ratcliffe-Moskau) – die Verfolgung des Plans ohne offizielles Verhandlungsformat, bei dem die Positionen der Parteien öffentlich festgehalten werden müssten. Für den Kreml ist Siluanovs Teilnahme an der G20 ein Versuch, seinen Status als legitimer Teilnehmer der globalen Finanzarchitektur zurückzugewinnen, von dem Russland faktisch nach 2022 abgeschnitten wurde.

Gleichzeitig legte Bessent öffentlich klare Grenzen fest: Bessent teilte dem russischen Finanzminister Anton Siluanov mit, dass keine Sanktionserleichterungen oder neuen Vereinbarungen möglich sind, solange der Krieg in der Ukraine andauert. Er machte dies während des Treffens deutlich: Bessent machte Siluanov klar, dass „nichts möglich ist, bis der Krieg vorbei ist", als der russische Minister andere Bereiche gegenseitiger Interessen aufbrachte.

Das heißt, die amerikanische Position sieht öffentlich hart aus – ohne Frieden keine Sanktionserleichterungen. Aber allein die Tatsache des bilateralen Treffens und der Diskussion von Trumps Plan zeigt, dass die Administration bereit ist, direkt mit Moskau zu sprechen, trotz der andauernden Kriegshandlungen.

Wie reagieren die Gegner

Die Rückkehr Siluanovs an den G20-Tisch stieß bereits vor dem Treffen mit Bessent auf offenen Widerstand von Seiten der Europäer. Siluanovs erstes persönliches Erscheinen beim Gipfel seit Russlands Invasion der Ukraine 2022 rief Einwände anderer europäischer Führungspersönlichkeiten hervor. Dies wird durch eine andere Quelle konkretisiert: Europäische Beamte wehrten sich sofort, wobei der deutsche Vizekanzler Lars Klingbeil zu den lautesten Kritikern gehörte.

Der Protest hatte auch eine symbolische Dimension – das traditionelle Gruppenfoto der Gipfelteilnehmer. Russlands überraschende Rückkehr an den Tisch löste Bestürzung bei europäischen Beamten aus, die sich weigerten, mit Siluanov auf dem traditionellen G20-Foto zu erscheinen, das letztendlich ohne den russischen Minister aufgenommen wurde. Eine andere Formulierung desselben Vorfalls: die Proteste waren deutlich genug, dass Siluanov das traditionelle Gruppenfoto diskret auslies.

Vor dem Hintergrund diplomatischer Manöver in den USA gab die Situation an der Front keinen Grund für Optimismus. Präsident Zelensky beschrieb direkt die Taktik Moskaus: „Im Moment ist Russlands Taktik, die Ukraine und die Ukrainer zu zermürben – in erster Linie unser Volk", sagte er vor dem Hintergrund von Berichten über einen der blutigsten Tage des Krieges.

Die Diskrepanz zwischen dem, was Russland öffentlich anerkennt (rein finanzielle G20-Themen), und dem, was die amerikanische Seite bestätigt (Verhandlungen über einen Plan zur Beendigung des Krieges), ist keine technische Meldungsdetail. Dies zeigt, dass der Kreml versucht, die innenpolitischen und internationalen Konsequenzen zu vermeiden, um anzuerkennen: Verhandlungen über die Ukraine finden statt, und Russland nimmt an ihnen teil. Die Frage ist eher, ob diese doppelte Buchführung bei den nächsten Verhandlungsrunden zur Norm wird, oder ob europäische Partner eine einheitliche Linie zur Isolierung Moskaus beibehalten können, trotz der Bereitschaft Washingtons, direkt mit ihm zu sprechen.

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