Was passiert ist
Nach Angaben von LIGA.net unter Berufung auf einen Gesprächspartner beim Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU) griffen in der Nacht zum 7. Februar Drohnen des Zentrums für Spezialeinsätze „Alpha“ das Forschungswerk Redkino im Ort Redkino in der Oblast Twer an. An dem Objekt werden nach Angaben der Quellen Komponenten für Raketentreibstoff hergestellt, unter anderem für die Marschflugkörper Kh-55 und Kh-101, außerdem Treibstoffzusätze für Dieselkraftstoff und Flugkerosin. Der FIRMS-Dienst registrierte großflächige Brände auf dem Werksgelände; regionale Behörden bestätigten ebenfalls ein Feuer und beklagten sich über einen Drohnenangriff.
„Der Sicherheitsdienst der Ukraine hat ein Chemieunternehmen in der Oblast Twer getroffen, das Komponenten für Raketentreibstoff herstellt.“
— ein Gesprächspartner beim SBU, LIGA.net
Warum das wichtig ist
Drei Hauptgründe. Erstens ist das ein direkter Schlag gegen die Produktionskomponente von Raketensystemen – es geht nicht um Munition, sondern um Materialien, ohne die Raketen nicht gestartet werden können. Zweitens stand das Werk unter internationalen Sanktionen (USA, Großbritannien u. a.), sodass die Aktion den wirtschaftlichen Druck auf die Lieferketten verstärkt. Drittens wurde das Feuer von unabhängigen Überwachungsdiensten (FIRMS) und von lokalen Behörden bestätigt – es gibt also mehrere unabhängige Quellen, die den Treffer des Objekts belegen.
Kontext und Anzeichen von Systematik
Dieser Schlag ist im weiteren Kontext zu sehen: In der Region wurden in den letzten Tagen Ausfälle in der Stromversorgung und bei kommunalen Dienstleistungen in Belgorod registriert, und der Generalstab meldete eine Serie erfolgreicher Schläge auf den Truppenübungsplatz „Kapustin Jar“ in der Oblast Astrachan. Für Analysten wirkt das wie ein Teil einer Strategie, die darauf abzielt, die Logistik und Produktion von Raketensystemen in Russland systematisch zu erschweren.
Folgen und Prognose
Ein einzelner Schlag löst selten das Problem vollständig, kann aber:
- die Versorgung mit kritischen Komponenten für Starts von Marschflugkörpern vorübergehend erschweren;
- die Wirkung der Sanktionen verstärken, indem der Zugang zu Technologien und Materialien weiter erschwert wird;
- ein deutliches Signal senden, dass Lieferketten nicht unangreifbar sind.
Analysten weisen darauf hin, dass die Wirkung davon abhängt, ob Russland die Produktion umlenken oder wiederherstellen kann und ob die Ukraine ihre systematische Arbeit zur Identifizierung und zum Treffen wichtiger Knotenpunkte der Versorgung fortsetzt.
Wie geht es weiter? Solange Aufmerksamkeit – und Raketenfähigkeiten – umverteilt werden, ist es wichtig, Bestätigungen aus unabhängigen Quellen zu verfolgen und zu beobachten, ob dieser taktische Erfolg in eine nachhaltige strategische Schwächung des Gegners überführt wird.
Hinweis: In verfügbaren Videos vom Einsatzort ist vulgäre Sprache zu hören.