Was angekündigt wurde
Während eines Auftritts an der Nationalen Universität «Kiewer Luftfahrtinstitut» teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj mit, dass bereits Mitte Februar in Deutschland eine Fertigungsstraße für ukrainische Drohnen in Betrieb gehen solle. Insgesamt plant man in Europa die Eröffnung von 10 Exportzentren — unter anderem in Deutschland, den baltischen Staaten und Nordeuropa.
Seinen Angaben zufolge laufen die Produktionslinien in Großbritannien bereits, und die erste Drohne aus der deutschen Linie will der Präsident persönlich entgegennehmen.
„Mitte Februar werden wir bereits die Produktion unserer Drohnen in Deutschland sehen. Ich werde die erste Drohne entgegennehmen. Es ist eine Linie, die läuft. In Großbritannien laufen die Produktionslinien. Das sind alles unsere ukrainischen Technologien“
— Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine
Warum das für die Ukraine wichtig ist
Das Hauptziel ist, die ukrainischen Einheiten mit modernen unbemannten Luftfahrzeugen (UAV) zu versorgen, die den Bedürfnissen an der Front entsprechen. Gleichzeitig betonte der Präsident: Nachdem die Bedürfnisse des Verteidigungsministeriums gedeckt sind, können Überschüsse exportiert werden, was zusätzliche Einnahmen für die Entwicklung der Verteidigungsindustrie bringen würde.
Experten der Verteidigungsindustrie und Analysten heben hervor, dass die Produktion in der EU zwei wichtige Vorteile hat: geringere logistische Risiken und schnelleren Zugang zu den Märkten der Partner sowie bessere Garantien in Bezug auf Zertifizierung und Qualitätskontrolle.
Selenskyj wies außerdem darauf hin, dass die künftigen Schutzsysteme Europas — zum Beispiel sogenannte «Drohnenwände» — größtenteils auf ukrainischen Technologien und Fachkräften basieren könnten, was die Rolle der Ukraine als Lieferant von Wissen und Lösungen und nicht nur von Material stärkt.
Risiken und Herausforderungen
Die Eröffnung von Produktion im Ausland und der Export von Waffen sind mit operativen und politischen Risiken verbunden: Exportbeschränkungen, rechtliche Verfahren, Fragen des Schutzes des geistigen Eigentums und Kontrolle des Endnutzers. Auch sind nicht alle Unternehmen sofort bereit, in neue Märkte einzutreten — sowohl das Geschäftsklima als auch Befürchtungen hinsichtlich Sicherheitsrisiken spielen dabei eine Rolle.
Um die Risiken zu minimieren, sind klare Vereinbarungen mit Partnern, Kontrollmechanismen sowie Investitionen in die Hochskalierung der Produktion ohne Qualitätsverlust erforderlich.
Wie es weitergeht
Die Ankündigung ist der erste Schritt. Kritische nächste Elemente sind: unterzeichnete internationale Verträge, Garantien für die Rechte der Investoren und staatliche Unterstützung bei Zertifizierung und Logistik. Wenn Partner die Erklärungen mit realen Aufträgen untermauern, wäre das ein wichtiges Vertrauenssignal in ukrainische Technologien und eine Finanzierungsquelle für die Rüstungsindustrie.
Ob europäische Verträge diese Pläne in ein nachhaltiges industrielles Netzwerk verwandeln, wird darüber entscheiden, wie groß der Einfluss der Ukraine auf die Sicherheit des Kontinents und ihr wirtschaftlicher Wiederaufbau sein wird.