Selenskyj schlug Putin G7 vor, Kreml antwortete: „Komm nach Moskau"

Bei einem Treffen am Rande des Gipfels von Évian nannte Selenskyj spezifische Länder für ein Treffen mit Putin und gab zu: Die Vermittlung der USA funktioniert derzeit nicht. Russland hingegen bestritt die Tatsache einer Einladung selbst.

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Während des G7-Gipfels im französischen Évian-les-Bains antwortete der Präsident der Ukraine Wolodymyr Selenskyj auf Fragen von Journalisten zu Verhandlungen mit Russland – und tat dies ohne diplomatische Umschreibungen. Ort des Treffens mit Putin: ein neutrales drittes Land. Moskau ist ausgeschlossen.

Konkrete Adressen, verschwommene Mechanismen

Selenskyj nannte drei mögliche Austragungsorte für direkte Verhandlungen: die Schweiz, die Türkei oder Länder des Nahen Ostens. Besonders betonte er die potenzielle Rolle der USA – eines Landes, das bereits russisch-amerikanische Gipfel ausgetragen hat. Auch Zeitrahmen wurden genannt: Der Präsident wünschte sich, das Treffen vor Winterbeginn abzuhalten.

«Ich weiß, dass Putin über verschiedene Führungspersonen wiederholt angeboten hat, nach Moskau zu kommen. Aber das sind Spielchen. Wir spielen solche Spiele nicht. Es braucht ein neutrales Land»

Wolodymyr Selenskyj, am Rande des G7-Gipfels

Gleichzeitig räumte Selenskyj ein: Die Organisation von Verhandlungen mit US-amerikanischer Vermittlung sei derzeit äußerst schwierig – ohne öffentlich zu erklären, was dieses Format genau blockiert. Der Vorschlag blieb eine Erklärung ohne angegebenen Umsetzungsmechanismus.

Der Kreml: «nicht erhalten» – und bietet seine eigene Adresse an

Putins Sprecher Dmitri Peskow erklärte, dass eine Einladung zu einem Treffen im G7-Format nach Moskau über offizielle Kanäle nicht eingegangen sei. Die Logik des Kremls ist einfach: Offizielle Kanäle zwischen Moskau und Kiew existieren seiner Aussage nach nicht. Gleichzeitig wiederholte Peskow die Lieblingsausrede: Falls Selenskyj «verantwortungsvoll sprechen» möchte, könne er nach Moskau kommen, wo man ihn «empfangen» werde.

Unterdessen wurde der Vorschlag für ein Treffen auf dem G7-Gipfel Berichten zufolge über Roman Abramowitsch übermittelt, der sich am 21. Mai heimlich mit Selenskyj traf. Selenskyj selbst bestätigte diesen Kontakt bereits nach dem Gipfel.

Anschlag auf Kiew – am Geburtstag Trumps

Die Symbolik der Situation wurde durch die Chronologie verschärft: Am 15. Juni, dem Tag, an dem Selenskyj öffentlich Putin zu einem Treffen aufforderte, führten die russischen Streitkräfte einen massiven Angriff auf Kiew aus – mit «Zirkons», «Iskanders» und «Schahed»-Drohnen. Die Himmelfahrtskathedrale des Kiewer-Höhlenklosterklosters geriet in Brand. Selenskyj nannte dies «Zynismus»: Der Anschlag fand am Geburtstag Trumps statt.

G7 und Trump: Unterstützung ohne konkrete Verpflichtungen

Auf dem Gipfel selbst traf sich Selenskyj mit Trump – im Format einer allgemeinen G7-Ukraine-Sitzung. Die amerikanische Seite lehnte im Voraus separate bilaterale Verhandlungen ab, aber das Treffen fand dennoch in den Kulissen statt. Nach Angaben Selenskyjs erörterte er mit Trump die Bereitstellung von Lizenzen für die lokale Herstellung von Patriot-Raketen für die Ukraine. Auch ein großes Drohnen-Abkommen mit Kanada wurde angekündigt.

Zum Abschluss des G7 merkte Selenskyj an, dass die Führungskräfte «entschlossen waren, alle Möglichkeiten zur Verstärkung des Drucks» auf Russland zu prüfen, und äußerten Unterstützung für Trumps Bemühungen um Frieden. Es wurden keine neuen konkreten Sanktionspakete oder Sicherheitsgarantien angekündigt.

  • Selenskyj nannte drei neutrale Länder für ein Treffen: Schweiz, Türkei, Naher Osten
  • Der Vorschlag wurde über Abramowitsch übermittelt – der Kreml bestreitet den Erhalt einer offiziellen Einladung
  • Die US-amerikanische Vermittlung charakterisierte Selenskyj selbst als «äußerst schwierig»
  • Die G7 unterstützte Druck auf Russland – ohne neue konkrete Instrumente

Die Schlüsselfrage bleibt offen: Falls es keine offiziellen Kanäle zwischen Kiew und Moskau gibt, die Washington-Vermittlung «äußerst schwierig» ist – über wen und auf welche Weise rechnet Selenskyj damit, sich vor Winter auf einen neutralen Austragungsort einigen zu können?

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