Was passiert ist
Das Ministerium für Kultur der Ukraine hat das St.-Nikolaus-Kostel in Kiew offiziell der römisch‑katholischen Gemeinde zur Nutzung für 50 Jahre übergeben. Die Übergabe teilte die Leiterin der Behörde, Tetjana Berezhna, mit, berichtet UNN. Die Entscheidung verschafft der Gemeinde die rechtliche Grundlage für die Wiederherstellung und regelmäßige Gottesdienste.
Das bedeutet, dass sie hier ohne Einschränkungen Messen abhalten können; sie können ihre Zeit, Kräfte und Mittel in die Wiederherstellung investieren.
— Tetjana Berezhna, Leiterin des Ministeriums für Kultur
Warum das wichtig ist
Die Rückgabe des Gebäudes ist zugleich eine Frage der Religionsfreiheit und der Wiederherstellung historischen Gedächtnisses. Im Januar 2025 hat ein Gericht der Klage einer öffentlichen Vereinigung stattgegeben und das Ministerium verpflichtet, das Kostel an die Pfarrei der Römisch‑Katholischen Kirche zurückzugeben; die aktuelle Entscheidung ist die Umsetzung dieses Gerichtsbeschlusses.
Diese Entscheidung ist ein Ausdruck von Gerechtigkeit, Respekt gegenüber den Gläubigen und einer realen Gewährleistung der Gewissensfreiheit in der Ukraine.
— Dmytro Lubinets, Beauftragter der Werchowna Rada für Menschenrechte
Wiederherstellungsplan und Denkmalschutz
Das Kostel wurde bei einem Raketenangriff auf Kiew im Dezember 2024 beschädigt: Türme und Buntglasfenster wurden in Mitleidenschaft gezogen. Die Überlassung zur Nutzung erlaubt es der Gemeinde und ihren Partnern, Mittel einzusetzen und an der Restaurierung zu arbeiten. Der offizielle Restaurierungsplan sieht die Wiederherstellung der architektonischen Authentizität des Bauwerks sowie verstärkte Kontrollmaßnahmen zum Schutz des Denkmals vor.
Folgen und Erwartungen
Für die Bewohner Kiews und das ganze Land ist das ein Signal: Der Staat vollstreckt Gerichtsurteile und setzt Prioritäten bei der Wiederherstellung des Kulturerbes. Praktisch bedeutet das vollwertige Messen, Investitionen in Reparaturen sowie die Möglichkeit für internationale Partner, sich an der Finanzierung der Restaurierung zu beteiligen. Wichtig ist nun, dass die Wiederherstellung transparent erfolgt – unter Einbeziehung von Denkmalpflegern und öffentlicher Kontrolle.
Ob die Rückgabe des Kostels der Startpunkt einer systematischen Politik zur Wiederherstellung beschädigter Kulturobjekte sein wird, hängt von den weiteren Entscheidungen des Staates und dem Engagement der Gemeinde ab.