Die Ukrainerin Taissija Onofriyschuk gewann die Goldmedaille im Finale der Reifenübung bei der Weltmeisterschaft im Rhythmischen Turnen in Frankfurt. Ihr Ergebnis von 30,700 Punkten war das höchste unter allen Finalistinnen.
Der Unterschied zu den anderen Medaillengewinnerinnen war minimal: Silber ging an die Italienerin Sofia Rafaeli (30,500), Bronze holte sich die Deutsche Darja Warfolomeew (30,400). Der Sieg wurde also durch Hundertstelpunkte entschieden – das Konkurrenzniveau im Finale war äußerst hoch.
Warum dies nicht einfach nur eine weitere Medaille ist
Das letzte Mal, dass eine Ukrainerin bei einer Weltmeisterschaft im Rhythmischen Turnen gewann, liegt 13 Jahre zurück: 2013 holte Hanna Rizatdinowa Goldmedaille in der Reifenübung. Seitdem erreichte die Mannschaft wiederholt das Podium, doch die höchste Stufe einer Weltmeisterschaft wurde kein einziges Mal erklommen.
Hier kommt die praktische Geschichte ins Spiel: Rhythmisches Turnen ist eine Sportart, bei der das Ergebnis nicht nur von der physischen Vorbereitung, sondern auch von der Jury-Bewertung der Künstlerlichkeit, der Präzision der Reifen-Linie und der Synchronität mit der Musik abhängt. In 13 Jahren hat sich das Bewertungssystem mehrfach verändert, und der Wettbewerb ist gewachsen – durch Israel, Italien, Deutschland sind Länder hinzugekommen, die systematisch in die Jugend-Turnschulen investieren. Ukrainas Rückkehr an die Spitze unter diesen Bedingungen bedeutet, dass die Trainingsschule nicht nur überlebt hat, sondern sich mit aktualisierten Standards konkurrenzfähig beweisen konnte.
Den Grazien gelang die Reifenübung, bei der sie unglaubliche 30,700 Punkte erreichte und Gold gewann – teilt der Ukrainische Turnverband mit.
Der Weg nach Frankfurt
Dem Sieg ging Bronze bei der Europameisterschaft voraus, woraufhin das Nationale Olympische Komitee der Ukraine Onofriyschuk zur besten Sportlerin des Mai auszeichnete. Das Gold in Frankfurt ist also kein zufälliger Erfolg, sondern die Fortsetzung einer aufsteigenden Saisonkurve.
Die nächste Bewährungsprobe wird sein, ob es gelingt, das Ergebnis in den kommenden Etappen des Weltcups zu bestätigen und die Stabilität vor dem Olympia-Zyklus nachzuweisen, denn dort entscheidet nicht eine gelungene Übung, sondern die Konsistenz der Ergebnisse darüber, wer zu den Spielen fährt.