Fußball als Diplomatie: Warum Rubio die WM 2026 persönlich eröffnet

US-Außenminister leitet Delegation zur Eröffnung der Weltmeisterschaft in Los Angeles – und trifft parallel mit Paraguays Präsident Peña zusammen. Sport wurde zur Verpackung für Verhandlungen über Migration, Sicherheit und Investitionsklima.

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Am Freitag, dem 13. Juni, reist US-Außenminister Marco Rubio nach Los Angeles – nicht nur um sich Katy Perry und Future im SoFi Stadium anzuschauen. Seine Teilnahme an der Eröffnung der WM 2026 und dem Spiel USA – Paraguay ist Teil einer diplomatischen Aktion, die die Trump-Administration sorgfältig in Fußball-Verpackung gehüllt hat.

Eine Delegation, die mehr spricht als Worte

Rubio leitet die offizielle US-Delegation bei der Eröffnungszeremonie an. An seiner Seite sind Verkehrsminister Sean Duffy und Heimatschutzminister Markwayne Mullin. Die Anwesenheit gerade Mullins ist aussagekräftig: sein Ministerium unterzeichnete ein Kooperationsmemorandum mit Paraguay im Bereich der Migrationskontrolle noch vor Turnierbeginn. Bei einer Zeremonie im Außenministerium nannte Rubio illegale Migration direkt eine „Bedrohung für die nationale Sicherheit" für beide Länder.

Das Treffen mit Paraguays Präsident Santiago Peña am Rande der WM ist bereits das zweite für Rubio als Außenminister. Das erste fand in Washington am Rande einer Konferenz zur regionalen Sicherheit statt. Damals wurden das Investitionsklima für amerikanische Unternehmen und der Kampf gegen Drogengewalt erörtert.

Warum gerade Paraguay

Paraguay ist das einzige Land Südamerikas, das offizielle diplomatische Beziehungen zu Taiwan unterhält, und das trotz systematischen Drucks aus Peking. Nach Angaben des Außenministeriums bleibt Asunción eine von nur 12 Regierungen weltweit, die Taipeh noch anerkennen – und das macht es zu einem wertvollen Partner im strategischen Dreieck USA–China–Lateinamerika.

„Das ist ein weiteres Beispiel für Zusammenarbeit und die Fähigkeit, zusammen für gemeinsame Werte zu arbeiten"

Marco Rubio, US-Außenminister – bei der Unterzeichnung des Memorandums mit Paraguay

Präsident Peña wiederum baut aktiv seine Präsenz in den USA aus: Seit seiner Amtsübernahme im August 2023 hat er das Land bereits mehrfach besucht, unter anderem trat er im September 2025 vor der UN-Generalversammlung in New York auf.

WM 2026 als Instrument der Soft Power

Die Trump-Administration geriet in ein Paradoxon: Das Turnier, das Millionen ausländischer Fans anziehen wird, findet vor dem Hintergrund der härtesten Migrationspolitik seit Jahren statt. Rubio versicherte im Frühjahr, dass ICE Stadien nicht „räumen" würde – doch Mullin hielt sich mit Garantien zurück und beschränkte sich auf eine Phrase über die „Sicherheit aller Besucher". Die Anwesenheit beider bei der Eröffnung ist der Versuch, gleichzeitig ein Signal nach innen und außen zu senden: Wir sind Gastgeber des Turniers, wir kontrollieren die Situation.

  • Eröffnungszeremonie im SoFi Stadium beginnt um 19:30 Uhr Ortszeit; Auftritte von Katy Perry, Future, Anitta und LISA.
  • Spiel USA – Paraguay – erstes Spiel der Gruppe D, in der auch die Türkei und Australien antreten.
  • Memorandum zur Migration zwischen den USA und Paraguay wurde Anfang dieses Jahres unter Beteiligung von Troy Edgar, stellvertretender Heimatschutzminister, unterzeichnet.

Analytiker von West Asia Watch weisen darauf hin, dass die WM 2026 ein „kritischer Moment der Public Diplomacy" für Washington ist, in Zeiten, in denen das globale Vertrauen in die amerikanische Führung umstritten ist. Wenn die Trump-Administration das Turnier ohne Zwischenfälle mit Verhaftungen von Fans oder Beschränkungen für Teams durchführen kann, wird es tatsächlich ein Argument für „Soft Power" sein. Wenn nicht – wird der Effekt das Gegenteil sein.

Die Schlüsselfrage der kommenden Wochen: Werden Rubio und Peña in Los Angeles etwas Konkretes unterzeichnen – oder bleibt das Treffen eine weitere „Bestätigung der strategischen Partnerschaft" ohne Umsetzungsmechanismus.

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