IPC verbietet Trikot mit Karte der Ukraine — wie wirkt sich das auf das paralympische Team aus?

Das Internationale Paralympische Komitee hat den Aufdruck mit einer Karte der Ukraine als politisch eingestuft, deshalb wird die Mannschaft bei der Eröffnungsfeier im Ersatztrikot auftreten. Wir erklären, warum das wichtiger ist, als es scheint, und was als Nächstes zu tun ist.

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Entscheidung und schnelle Ersatzlieferung

Das Internationale Paralympische Komitee (МПК) hat das Outfit der ukrainischen Mannschaft nicht genehmigt, in dem der Designer eine Darstellung der Ukraine in den Grenzen von 1991 vorgesehen hatte. Das berichtete Валерій Сушкевич, Präsident des Nationalen Paralympischen Komitees (НПК), in einem Interview, das von УНН zitiert wird. Daher wird das Team bei der Eröffnungsfeier in anderer Kleidung auftreten: Ein alternatives Set wurde eilig nach Italien geliefert, wo sich die Delegation aufhält.

Warum das МПК den Print „politisch“ nannte

Institutionen, die internationale Wettbewerbe veranstalten, versuchen, Elemente zu vermeiden, die als politisch oder provokativ ausgelegt werden könnten. Laut dem НПК war dieses Element kein separater Druck, sondern Teil eines übergeordneten Designkonzepts. Die frühere Zusammenarbeit mit dem Designer Віктор Анісімов während der Paralympics 2024 in Paris war ebenfalls von schwierigen Abstimmungen begleitet, damals wurde das Set jedoch zugelassen. Heute aber erwies sich die Position des МПК als strenger — und das beeinflusste die endgültige Entscheidung.

„Nein, nein, nein – so geht das nicht! Sie behaupten, diese Kleidung sei politisch. Und sie haben gesagt, dass niemand zulassen werde, dass wir in solcher Kleidung auftreten.“

— Валерій Сушкевич, Präsident des Nationalen Paralympischen Komitees

Logistik und Image

Wegen der Ablehnung muss ein Ersatzsatz der Ausrüstung genutzt werden: Das fertige Set mit der Karte wurde zurückgestellt, ein neues bestellt und eilig geliefert. Nach Angaben von Валерій Сушкевич wurde die Kleidung per Bus nach Italien gebracht, damit das Team ohne Verzögerungen antreten kann.

„Wir haben dieses neue Outfit eilig per Bus nach Italien gebracht, wo bereits unser gesamtes Team ist. Wir hätten die Jungen und Mädchen hier schon in der vormals fertigen Kleidung einkleiden können, aber man hat sie uns verboten.“

— Валерій Сушкевич, Präsident des Nationalen Paralympischen Komitees

Warum das für die Ukraine wichtig ist

Auf den ersten Blick ist es eine technische Designentscheidung. Doch auf der internationalen Bühne hat Symbolik Gewicht: Für die Ukrainer ist die Karte nicht nur ein grafisches Element, sondern eine Erinnerung an die territoriale Integrität. Gleichzeitig bemühen sich Institutionen wie das МПК, den Sport von offener Politik zu trennen. In diesem Streit ist der Balanceakt wichtig zwischen dem Recht auf nationale Symbole und den Regeln der Neutralität internationaler Wettbewerbe.

Wichtig ist außerdem: Das Team hat keinen Boykott erklärt und wird weiterhin vertreten sein — das НПК hat sich 25 Lizenzen gesichert, 35 Athletinnen und Athleten werden in vier Sportarten antreten, darunter neun Debütantinnen und Debütanten. Das ist der beste Wert in der Geschichte der paralympischen Bewegung der Ukraine, und die Sportlerinnen und Sportler haben die Möglichkeit, Leistung zu zeigen, trotz der politischen Streitigkeiten um die Symbolik.

Kurzfazit

Die Entscheidung des МПК illustriert eine größere Dilemma: Internationale Organe streben Neutralität an, während für die Ukraine Symbole Teil der sicherheits- und moralpolitischen Agenda sind. Die nächsten Schritte liegen beim НПК und den Diplomaten: den Kontext der Symbolik erklären, sich auf akzeptable Formate einigen und schärfere Regeln für die Genehmigung von Designs erstreiten. Ob es gelingt, ein Format zu finden, in dem die Identität der Ukraine sichtbar bleibt, ohne die Teilnahme der Athletinnen und Athleten zu blockieren — das ist die Frage, deren Beantwortung die weitere Taktik auf internationalen Bühnen bestimmen wird.

„Und jetzt waren wir radikaler. Unsere Radikalität ist dadurch erklärbar, dass sich nach Paris genau diese Eskalation der Loyalität gegenüber ‚раші‘ mit neuer Kraft, einer neuen Welle vollzogen hat.“

— Валерій Сушкевич, Präsident des Nationalen Paralympischen Komitees

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