«Prevost für Real»: Der erste amerikanische Papst offenbarte seine Fußballsympathien an Bord des Flugzeugs nach Madrid

Löwe XIV wird die USA bei der WM 2026 unterstützen — aber nur, weil Peru sich nicht qualifiziert hat. Und seine Vorliebe für „Real" formulierte er durch den Riss zwischen zwei Identitäten: Papst und einfach Robert Prevost.

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An Bord des päpstlichen Flugzeugs, das am 7. Juni von Rom nach Madrid flog, stellten Journalisten Papst Leo XIV. eine Frage, die jedem anderen Pontifex unbequem vorgekommen wäre: „Real oder Barcelona?" Die Antwort kam ohne Pause.

„Der Papst ist für alle Teams. Aber Prevost ist für Real!"

Papst Leo XIV. an Bord des päpstlichen Flugzeugs, 7. Juni 2026

Die Bemerkung ist kurz, aber in ihrer Konstruktion präzise: Der Pontifex teilte sich öffentlich in zwei Personen auf. Die Institution ist neutral, der Mensch nicht. Genau diese Formel wendete er auch auf die Weltmeisterschaft an.

Peru schaffte es nicht – und der Segen fiel den USA zu

Robert Prevost wurde in einem Vorort von Chicago geboren, diente jahrzehntelang als Missionar und Bischof in Peru und besitzt die peruanische Staatsbürgerschaft. Noch vor einem Jahr sagte er offen, dass er bei jedem Spiel USA gegen Peru die Peruaner unterstützen würde. Peru qualifizierte sich nicht für die WM 2026 – und die päpstliche Unterstützung fiel stillschweigend auf die US-Mannschaft über.

„Ich werde natürlich die USA unterstützen. Ich weiß nicht, wie viele Spiele ich sehen kann, aber ich wünsche ihnen alles Gute", zitiert Reuters Papst Leo XIV. Die USA starten in Gruppe D gegen Paraguay, Australien und die Türkei – das Turnier eröffnet am 11. Juni.

Madrid: Reals Stadion als Veranstaltungsort für die Jugend

Das Bekenntnis zu Reals Sympathien war kein Zufall: Papst Leo XIV. flog mit einem sechswöchigen Besuch nach Spanien, dessen Programm 21 Veranstaltungen in vier Städten umfasst – Madrid, Barcelona mit Montserrat, Gran Canaria und Teneriffa. Im Bernabéu ist ein Treffen mit Jugendlichen der Diözese Madrid geplant, und auf dem Plaza Lima fand eine Gebetswacht für Jugendliche statt.

Die Ironie des Kontexts: Ein Papst, der gerade Real unterstützte, traf sich am nächsten Tag mit Sportfunktionären im Sportzentrum Madrids – und dies bereits im Rahmen des offiziellen Protokolls, wo „Prevost" wieder dem „Papst Leo XIV." Platz machte.

Warum dies mehr als nur eine Kuriosität ist

Während seiner zwanzigjährigen Tätigkeit in Peru entwickelte Prevost eine Identität, die nicht in das amerikanische päpstliche Narrativ passt, das die Medien nach seiner Wahl aktiv vorantreiben. Seine Fußball-Loyalität ist ein kleiner, aber präziser Indikator für diesen Bruch: Er ist Amerikaner nach Pass und Abstammung, Lateinamerikaner nach Erfahrung und Staatsbürgerschaft, und nun ist er gezwungen, sich auch bei alltäglichen Fragen zwischen beiden zu entscheiden.

Sollten die USA die Gruppe überstehen und in der Ausscheidungsrunde auf eine lateinamerikanische Mannschaft treffen – etwa auf Argentinien oder Brasilien – wird sich zeigen, wie weit sich die päpstliche Neutralität erstreckt und wo Prevost endet.

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