Usyk gab den Gürtel ab, um nicht zu kämpfen — und Kabajel erhielt den Titel, auf den er ein Jahr wartete

Agit Kabayel wurde WBC-Schwergewichtschampion nicht als Ergebnis eines Kampfes, sondern nachdem Alexander Usyk auf alle Gürtel verzichtete, um seinen „letzten Tanz" außerhalb der Kontrolle der Verbände zu absolvieren. Der deutsch-kurdische Boxer ist der erste in seiner Kategorie seit fast 100 Jahren.

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Der 33-jährige Agit Kabayel wartete über ein Jahr lang auf seinen obligatorischen Kampf gegen Usyk. Das WBC hatte einen Befehl erteilt und beiden Seiten eine Frist bis zum 30. Juni gegeben, um sich zu einigen, andernfalls würde es zu einer Ausschreibung für das Veranstaltungsrecht kommen. Doch am Freitag kündigte Usyk persönlich seinen Verzicht auf alle Titel — WBC, WBA und IBF — an, und der Verband erhob Kabayel bereits am nächsten Tag in den Status eines vollwertigen Champions.

Warum Usyk verzichtete

Laut Serhij Lapin, dem Sportdirektor von Usyks Team, wurde die Entscheidung aus zwei Gründen getroffen: um das Schwergewicht für neue Herausforderer freizumachen — insbesondere Anthony Joshua — und um die letzten Kämpfe in den USA ohne Einschränkungen durch die Verbände auszutragen. Usyk behielt sich nur den Titel des Ring Magazine. Nach Angaben von ESPN könnte der kommende „letzte Tanz" tatsächlich in Amerika stattfinden.

Die Rekorde hinter der Bilanz 27-0

Kabayel ist der erste kurdische Schwergewichtsweltmeister in der Geschichte und der erste deutsche — seit fast 100 Jahren. Den Interim-Titel des WBC gewann er im Februar 2025, nachdem er den Chinesen Zhilei Zhang in der sechsten Runde mit einem Körpertreffer K.o. schlug. Danach folgte ein Knockout von Damian Kniba in der dritten Runde. Bilanz: 27 Siege, 0 Niederlagen, 19 K.o.s.

Unglaublich. Ab heute bin ich WBC-Schwergewichtsweltmeister. Der erste kurdische Schwergewichtsweltmeister in der Geschichte und der erste deutsche Weltmeister seit fast 100 Jahren. Mit Worten kann man nicht beschreiben, was ich gerade empfinde.

— Agit Kabayel, Instagram

Dabei dankte Kabayel in demselben Post auch Usyk — ohne einen einzigen Vorwurf wegen des langen Wartens: «Ein wahrer Champion definiert sich durch seine Taten — sowohl im Ring als auch außerhalb», schrieb er. Der Kontrast zu einem Jahr des Wartens und öffentlichen Drucks ist bemerkenswert.

Was kommt als Nächstes

Laut Bad Left Hook nannte Tyson Fury bereits vor Usyks Verzicht Kabayel als potenziellen Gegner — genau für den Fall, dass dieser Vollmeister werden würde. Jetzt ist diese Bedingung erfüllt. Währenddessen verteidigt die WBA ihren regulären Titel am 11. Juli — Murat Gasijew gegen Tony Yoka, und der IBF-Gürtel geht in einen offenen Kampf.

Kabayel ist Champion ohne eine einzige Niederlage in seiner Karriere und ohne Niederschlag. Doch ein Titel, der durch die Verweigerung eines Gegners und nicht durch einen Sieg über ihn gewonnen wurde, wird immer eine Frage aufwerfen: Falls Usyk in seinem «letzten Tanz» gegen Kabayel um den Titel antritt — wird das der Beweis sein, der fehlt?

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