Wisła weigerte sich — Schachtar spielt trotzdem in Krakau: Wer organisiert nun die Champions-League-Spiele?

Präsident des «Wisła» Jarosław Kruleński gab bekannt, dass der Verein die Organisation der Europokal-Spiele von «Shakhtar» nicht übernehmen wird. Das Stadion bleibt das gleiche – Reymana – doch Logistik und Verantwortung liegen nun vollständig beim Donetsk-Klub.

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Als der „Schachtar" am 17. Juli offiziell seine Rückkehr nach Krakau als Heimstadion für die Europapokal-Saison 2025/26 ankündigte, schien die Angelegenheit abgeschlossen. Das Henryk-Reyman-Stadion mit 33.000 Plätzen, eine Vereinbarung mit „Wisła", ein Zitat des Generaldirektors Sergej Palkin über „positive Erfahrungen" und eine „Stadt, die den Fußball liebt". Doch wenige Wochen später stellte sich heraus: Die Vereinbarung existiert, aber wer tatsächlich die organisatorische Last trägt – das ist unklar.

Was Krulewski sagte – und was das in der Praxis bedeutet

Der Präsident von „Wisła" Jaroslaw Krulewski machte die Entscheidung des Aufsichtsrats in den sozialen Medien öffentlich. Die Formulierung ist eindeutig: Der Verein wird weder die Spiele von „Vęczysty" in der Ekstraklasa noch die Europapokal-Spiele des „Schachtar" organisieren. Der Grund ist kein Konflikt mit dem Donezker Klub, sondern eine interne Priorität: „Wisła" kehrt in die Elite des polnischen Fußballs zurück und hat keine Ressourcen, sich von fremden Turnieren ablenken zu lassen.

„Nach Konsultationen und konstruktiven Diskussionen mit dem Aufsichtsrat des Clubs sowie nach offiziellen Abstimmungen haben wir beschlossen: Die Mannschaft von „Wisła" wird die Spiele des polnischen „Vęczysty" in der Ekstraklasa nicht organisieren, noch wird sie die Spiele des „Schachtar" im Rahmen der Europapokal organisieren".

Jaroslaw Krulewski, Präsident des FK „Wisła" (Krakau), in den sozialen Medien X

Ein wichtiger Unterschied: Das Henryk-Reyman-Stadion ist nicht Eigentum von „Wisła" – die Arena gehört der Stadt Krakau. Das bedeutet, dass „Wisła" von Anfang an nur als Betreiber-Vermittler fungierte, nicht als Ressourceneigentümer. Jetzt müssen der „Schachtar" und „Vęczysty" unabhängig voneinander mit der städtischen Verwaltung über die Organisation ihrer Spiele verhandeln.

Wie der „Schachtar" in dieses Dreieck geriet

Vor der Unterzeichnung der Vereinbarung gärte bereits eine Spannungskrise um das Stadion. Das polnische Medium berichtete unter Bezugnahme auf Journalist Piotr Słonka: Der „Schachtar" wollte unter keinen Umständen in einer Arena spielen, wo gleichzeitig ein anderer Klub auftritt. „Wisła" und „Vęczysty" stritten sich wochenlang über den Spielplan, bis sie einen Kompromiss erreichten – der Ekstraklasa-Neuling aus Krakau betritt das Stadion ab der Frühjahrsrunde. Genau in diesem Zeitfenster erhielt der „Schachtar" eine Bestätigung.

Nach Angaben von dynamo.kiev.ua unter Berufung auf polnische Quellen ist der Donezker Klub bereit, etwa 4 Millionen Euro für die Miete des Stadions für mehrere Europapokal-Spiele zu zahlen – ein Betrag, dessen großer Teil an „Wisła" als Organisator gehen sollte. Jetzt muss diese Mittelverteilung überprüft werden.

Wie es weitergeht

Der „Schachtar" hat Krakau offiziell als Austragungsort für seine Heimspiele bestätigt und ändert vorerst seine Position nicht. Das Henryk-Reyman-Stadion erfüllt die UEFA-Anforderungen, hat Erfahrung mit internationalen Spielen und liegt in einer Stadt mit entwickelter Infrastruktur. Der Klub verspricht, in Kürze Termine und Bedingungen für den Ticketverkauf bekanntzugeben.

Die Frage des organisatorischen Betreibers ist rechtlich ungeklärt. Der „Schachtar" kann sich direkt mit der Stadt einigen, einen Dritten hinzuziehen oder zu Verhandlungen mit „Wisła" bereits unter anderen Bedingungen zurückkehren. In der ukrainischen Diaspora in Polen – je nach Schätzung zwischen einer und anderthalb Million Menschen – haben Spiele der „Bergleute" in Krakau eine stabile Nachfrage: In der letzten Europapokal-Saison spielte der Donezker Klub bereits hier und füllte die Tribünen.

Wenn der „Schachtar" die organisatorische Frage nicht vor Beginn der Qualifikationsrunde der Champions League klärt, könnte die UEFA den Klub zwingen, einen neuen Spielplatz zu suchen – das wäre bereits die dritte Änderung der „Heimat"-Arena in drei Saisons.

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