Die Partei „Recht und Gerechtigkeit" kündigte einen Plan an, der auf den ersten Blick wie gewöhnliche Vorwahlrhetorik wirkt: die Deportation ukrainischer Männer im wehrfähigen Alter, die in Polen keine legale Arbeit haben. Dies erklärte Parteimitglied Tobiasz Bocheński auf dem Parteitag der PiS in Warschau, auf dem auch Jarosław Kaczyński auftrat.
Doch hinter der Formulierung „keine legale Arbeit" verbirgt sich ein praktisches Problem, das nicht Politiker, sondern konkrete Menschen betrifft.
Wer wirklich in der Risikogruppe landet
In Polen arbeitet ein großer Teil der Ukrainer ohne offizielle Registrierung — nicht weil sie sich dem System entziehen, sondern weil der Arbeitsmarkt dies selbst fördert. Im Bauwesen, in der Landwirtschaft, bei der Lieferung, im Kleingewerbe — Sektoren, in denen die Bezahlung „unter dem Tisch" bleibt, ist auch für polnische Bürger die Norm.
Falls die Norm über Deportation wegen fehlender legaler Arbeit Gesetz wird, würde nicht der abstrakte „Steuerflüchtling", sondern der gewöhnliche Arbeiter betroffen, den der Arbeitgeber bewusst nicht angemeldet hat, um auf Steuern und Abgaben zu sparen.
Das Deportationszentrum arbeitet nach dem Dokument und nicht nach der Absicht des Menschen — und das ist ein Unterschied, der jemandem das Recht, im Land zu bleiben, kosten kann.
Warum dies keine Garantie, sondern bislang ein Wahlprogrammpunkt ist
Die PiS befindet sich derzeit in der Opposition, und dieser Vorschlag ist Teil des Wahlprogramms, nicht bestehendes Gesetz. Dennoch verschärft sich die Rhetorik rund um Ukrainer in Polen nicht zum ersten Mal: Fragen zu Sozialleistungen, Beschäftigung und Mobilisierungsstatus sind bereits mehrfach zum Instrument des innenpolitischen Kampfes geworden.
Der Politiker fügte hinzu, dass die Sicherheit Mittel- und Osteuropas vom Sieg der Ukraine abhängt — eine These, die die Härte des Vorschlags hätte abschwächen sollen, ändert aber in der Praxis nicht dessen Wesen: Der Mechanismus der Deportationszentren wird gerade zur Beschleunigung der Ausweisung geschaffen, nicht zum Dialog in Einzelfällen.
Was dies für diejenigen bedeutet, die bereits in Polen sind
Für Ukrainer, die ohne Vertrag arbeiten, ist diese Nachricht ein Signal, ihren Status zu überprüfen, bevor ähnliche Normen Gesetzeskraft erlangen. Die Legalisierung der Arbeit durch eine Agentur oder einen offiziellen Vertrag könnte sich als nicht nur bürokratische Formalität, sondern buchstäblich als Frage erweisen, das Recht zu haben, im Land zu bleiben.
Die Frage bleibt offen: Wird dieser Vorschlag Teil des echten Wahlprogramms der PiS bei den nächsten Wahlen, und falls die Partei zur Macht zurückkehrt — wie viel Zeit wird benötigt, um Deportationszentren zu starten, die nicht die Mobilisierungsverweigerung, sondern die gewöhnliche Schattenseite des Arbeitsmarktes treffen?