Eine Taschenkamera mit 1-Zoll-Sensor und Teleobjektiv ist keine neue Idee. Aber die DJI Osmo Pocket 4P setzt nicht auf den Formfaktor, sondern auf eine konkrete Zahl: 17 Blendenstufen Dynamikumfang in einem Gehäuse, das in die Jackentasche passt.
Was innen steckt
Die Hauptkamera erhielt einen 1-Zoll-CMOS-Sensor mit LOFIC-Technologie und Unterstützung für 4K-Aufnahmen mit 240 Bildern pro Sekunde – doppelt so viel wie beim Standard Pocket 4. Erste Muster sind bereits bei Testern, und DJI bestätigte zwei Fakten: Die Pocket 4P arbeitet mit dem D-Log2-Profil und bietet den versprochenen Dynamikumfang von 17 Blendenstufen.
Die zweite Kamera ist ein Teleobjektiv mit einer Brennweite von 70 mm im Äquivalent und einem 1/1,28"-Sensor, der einen 3-fachen optischen Zoom und bis zu 12-fachen digitalen Zoom bietet. Beide Systeme kombinieren optisches Teleobjektiv mit Computalverarbeitung und Sensorbeschneidung zur Erweiterung des Zoombereichs. Im Vergleich zum Konkurrenten: Die Insta360 Luna Ultra bietet einen 6-fachen verlustfreien Zoom gegenüber dem 3-fachen optischen Zoom der DJI.
Für Zeitlupenaufnahmen: Die Pocket 4P unterstützt Aufnahmen bis 4K 240 fps (8x), während die Luna Ultra auf 4K 120 fps (4x) begrenzt ist. Die Stabilisierung erfolgt durch ein dreiachsiges mechanisches Gimbal, Fotoaufnahmen bis 37 MP mit Panorama-Unterstützung.
Preis und Verfügbarkeit
Der Startpreis liegt bei etwa $560 (ungefähr, basierend auf dem chinesischen Einzelhandelspreis von 4.999 Yuan). Berichten zufolge wird die Markteinführung voraussichtlich im Juni 2026 erwartet, wobei China das Gerät zuerst erhält und die weltweite Einführung bald darauf folgt.
Unerwarteter Kontext: DJI wieder nicht für die USA
Das Wichtigste in der Ankündigung sind nicht die Spezifikationen, sondern die Geographie. Die FCC setzte DJI im Dezember 2024 auf die sogenannte Covered List aus Gründen der nationalen Sicherheit und blockierte damit faktisch den Import aller neuer Ausrüstung des Unternehmens. Eine von der Bundesregierung angeforderte Überprüfung, die die Berechtigung des Verbots hätte überprüfen sollen, fand nie statt – keine US-Behörde führte die Kontrolle vor der festgelegten Frist durch, was die Beschränkung automatisch verlängerte.
Neue DJI-Produkte sind seit Dezember 2025 offiziell in den USA nicht verfügbar, nachdem die FCC das Unternehmen daran gehindert hatte, eine Genehmigung für die Ausrüstung zu erhalten. Dies eröffnet dem Markt Chancen für Konkurrenten: Die Insta360 Luna Ultra kostet $769 und ist bereits zum Kauf verfügbar.
„Die Osmo Pocket 4P wird auf dem US-amerikanischen Markt nicht verfügbar sein, da der Zulassungsantrag noch überprüft wird"
— Offizielle Stellungnahme von DJI
Mit DJI praktisch aus dem US-amerikanischen Markt verschwunden, kommt die Luna Ultra in dieser Preisklasse praktisch ohne Konkurrenz auf den Markt.
Für wen macht das Sinn
- Reise-Videografen – 4K 240 fps in der Tasche ohne externes Gimbal
- Dokumentarfilmer – 17 Blendenstufen Dynamikumfang decken die meisten Situationen mit gemischter Beleuchtung ab
- Content-Creator außerhalb der USA – vollständiges DJI-Ökosystem ohne Umwege
- Amerikanische Käufer – offiziell aus dem Spiel, bis das FCC-Verbot aufgehoben wird
17 Blendenstufen Dynamikumfang in einer Taschenkamera – das ist ein Leistungsniveau, das noch vor einem Jahr ein Argument für Vollformat-Systeme war. Wenn DJI diese Zahl unter realen Bedingungen bestätigt, wird die Frage nicht sein, ob die Kamera die 560 Dollar wert ist – sondern ob die FCC die Beschränkungen aufhebt, bevor sich der Markt endgültig zugunsten von Insta360 verlagert hat.