In der Ukraine werden Mikrowellenwaffen gegen Drohnen getestet: Was ändert das an der Front?

Die systematische Arbeit ukrainischer Ingenieure erreicht ein neues Niveau: Tests von Prototypen mikrowellenbasierter Waffen könnten die Ansätze zum Schutz gegen Drohnenschwärme verändern und die Belastung der traditionellen Luftverteidigung verringern.

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Tests in der Ukraine: kurz und wichtig

Der Generaldirektor des Verteidigungsclusters Brave1, Andriy Hrytseniuk, berichtete in der Sendung „До зброї!“ auf dem YouTube-Kanal „Мілітарний“, dass ukrainische Entwickler bereits Prototypen von Mikrowellenwaffen zur Bekämpfung von Drohnen testen. Das ist nicht nur eine technologische Neuheit – es ist eine Antwort auf reale Bedrohungen, denen Armee und kritische Infrastruktur ausgesetzt sind.

„Ukrainische Entwickler testen bereits Prototypen von Mikrowellenwaffen zur Bekämpfung von Drohnen,“

— Andriy Hrytseniuk, Generaldirektor des Verteidigungsclusters Brave1

Wie das funktioniert

Mikrowellenwaffen setzen Drohnen durch gerichtete elektromagnetische Strahlung außer Gefecht. Im Gegensatz zu Projektilen oder Abfangsystemen benötigen solche Systeme keine Verbrauchsmunition und können theoretisch gleichzeitig auf mehrere Ziele wirken – was gegen Schwärme von Drohnen wichtig ist.

Einzelheiten der ukrainischen Entwicklungen, insbesondere technische Spezifikationen und Testergebnisse, bleiben derzeit geheim.

Internationaler Kontext

Ähnliche Lösungen haben bereits ausländische Unternehmen gezeigt: Das US-Unternehmen Epirus erklärte bei Feldtests seines Systems Leonidas im Herbst 2023 die gleichzeitige Neutralisierung von Dutzenden Drohnen. Einzelne Experimente mit Mikrowellensystemen führten auch britische Einheiten durch, und gleichzeitig präsentierten ukrainische Drohnen, darunter eine neue Version des Octopus, Vertretern der britischen Regierung – ein Hinweis auf das wachsende Interesse der Partner an ganzheitlichen Lösungen gegen Drohnenbedrohungen.

Warum das für die Ukraine wichtig ist

Es gibt vier praktische Argumente für die Entwicklung solcher Systeme:

  • Reaktionsfähigkeit: schnelles Reagieren auf Drohnenschwärme, die zunehmend für Angriffe auf Infrastruktur und Truppen eingesetzt werden.
  • Wirtschaftlichkeit im Einsatz: das Fehlen von Munition und die Möglichkeit, mehrere Ziele gleichzeitig zu beeinflussen, senken die Kosten auf lange Sicht.
  • Technologische Unabhängigkeit: eigene Lösungen verringern die Abhängigkeit von importierten Komponenten und eröffnen Exportperspektiven.
  • Schutz ziviler Einrichtungen: solche Systeme können in Luftverteidigung und städtische Infrastrukturen integriert werden, um eine zusätzliche Sicherheitsebene zu bieten.

Wie geht es weiter

Nun gilt es, die Prototypen in zuverlässige Feldmuster zu überführen: offene Erprobungen unter realitätsnahen Kampfbedingungen, Zertifizierung, Integration in bestehende Führungs- und Kontrollsysteme sowie die Finanzierung der Massenproduktion. Analysten und Militärexperten weisen darauf hin, dass der Erfolg in diesem Bereich weniger von einzelnen Demonstrationen als von systematischer Unterstützung durch Staat und Verteidigungsindustrie abhängen wird.

Ob es den ukrainischen Ingenieuren gelingt, Testmuster in effektive Systeme zu verwandeln, die unter Beschuss und in komplexen elektromagnetischen Umgebungen funktionieren – die Frage bleibt offen. Die Antwort hängt von der Koordination zwischen Militär, den Entwicklern der Technik und dem politischen Willen der Partner ab.

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