Uspenskij-Kathedrale in Flammen: Russland schlägt in der Lawra zu – Objekt unter verstärktem Schutz der Haager Konvention

In der Nacht vom 15. Juni beschädigte ein russischer Anschlag die Himmelfahrtskathedrale des Kiewer Höhlenklosters — ein unter dem Schutz der UNESCO und des Zweiten Protokolls der Haager Konvention stehendes Kulturdenkmal. Das Außenministerium leitet internationale Verfahren ein und fordert konkrete Maßnahmen statt bloßer Erklärungen.

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In der Nacht zum 15. Juni führte Russland einen massiven Angriff auf Kiew in mehreren Wellen durch: ballistische Raketen, Marineflugkörper und Drohnen. Unter den Zielen war die Kiewer Höhlenkloster. Nach Angaben des DSNS wurden auf ihrem Gelände zwei Treffer registriert. Das Dach der Himmelfahrtskathedrale fing Feuer – das Feuer erfasste etwa 800 Quadratmeter des Daches. Auch der Turm des Johannes Kushnik wurde beschädigt.

Dies ist bereits der zweite Angriff auf das Kloster seit Beginn der vollständigen Invasion. Die vorherige großflächige Zerstörung der Kathedrale war deren Sprengung durch die sich zurückziehenden sowjetischen Truppen im Jahr 1941.

«Das Dach eines der heiligsten Orte der christlichen Welt – der Himmelfahrtskathedrale des Kiewer Höhlenklosters – brennt. Dies ist ein weiteres russisches Verbrechen gegen die Menschheit, gegen die Geschichte, gegen das Christentum».

Metropolit Epifanij, Oberhaupt der Orthodoxen Kirche der Ukraine

Bischof Avraami organisierte eine Notevakuierung der Heiligtümer: alte Ikonen, Antimensien und andere Kostbarkeiten wurden bereits während des Angriffs an einen sicheren Ort gebracht.

Was wurde beschädigt und was konnte gerettet werden

Die Vizeministerpräsidentin für Humanitäre Politik Tetjana Berezhna bestätigte die Beschädigungen der Himmelfahrtskathedrale. Rettungskräfte arbeiteten bis zur Dämmerung, um das Feuer einzudämmen. Im selben Angriff wurden die «Art Arsenal», das Dovzhenko-Filmstudio und mindestens 26 Wohnhäuser in allen 10 Stadtbezirken getroffen. Mindestens 4 Menschen wurden getötet, 23 verletzt.

Zusätzlich gab es Opfer in Charkiw: Rettungskräfte, die einen Brand an der Anschlagstelle löschten.

Rechtlicher Kontext: nicht nur ein UNESCO-Denkmal

Das Kloster ist seit 1990 eine UNESCO-Welterbestätte. 2023 wurde es auf die Liste des gefährdeten Erbes aufgenommen, genau wegen der russischen Beschießungen. Es gibt jedoch einen weiteren rechtlich bedeutsamen Status: der Klosterkomplex steht unter verstärktem Schutz nach dem Zweiten Protokoll der Haager Konvention von 1954 – einem internationalen Vertrag, der Angriffe auf Kulturgüter während bewaffneter Konflikte direkt verbietet. Ein Angriff auf ein solches Objekt wird als schwere Verletzung des internationalen humanitären Völkerrechts eingestuft.

Außenministerium: Verfahren ohne Erfolgsgarantie

Der Außenminister Andriij Sybiha kündigte die Einleitung von Verfahren im Rahmen der UNESCO und anderer internationaler Mechanismen an.

«Wir haben es mit russischen Terroristen zu tun, die den IS in ihren Verbrechen gegen das Kulturerbe übertroffen haben. Wir erwarten eine starke Reaktion von internationalen Institutionen und Hauptstädten. Keine nebulösen Worte, Stille oder schwache Schritte».

Andriij Sybiha, Außenminister der Ukraine

UNESCO-Verfahren unter Bedingungen eines aktiven bewaffneten Konflikts sind ein Instrument der Dokumentation, nicht der Durchsetzung. Der Mechanismus der Haager Konvention existiert formal, hat aber Russland noch nie daran gehindert, Angriffe auf geschützte Objekte zu führen: dem Kloster waren bereits Angriffe auf die Odessaer Kathedrale, das Mariupol-Theater, Museen in Cherson vorausgegangen.

  • Der Angriff fand in der Nacht zum 15. Juni in mehreren Wellen statt
  • Die Streitkräfte der Ukraine fingen einen Teil der Raketen und Drohnen ab, doch die ballistischen Iskander-M/S-400 drangen in die Stadt ein
  • Das Ziel wurde bestätigt durch ukrainische Beamte, Fotos vom Ort – AFP, AP

Die Verantwortung für den konkreten Angriff auf das Kloster wurde formal keinem bestimmten Waffensystem zugeordnet – die Ermittlungen des DSNS und der Militärstaatsanwaltschaft laufen noch.

Wenn die UNESCO und die Unterzeichnerstaaten der Haager Konvention sich auf eine Verurteilung ohne persönliche Sanktionen gegen das Kommando, das den Angriff befohlen hat, beschränken, wird dies bestätigen, dass der «verstärkte Schutz» von Kulturgütern während dieses Krieges eine rechtliche Fiktion bleibt.

Weltnachrichten