15 Jahre Haft und vollständige Konfiskation: VAKS verurteilte Janukowytsch wegen der Besetzung von Sukholuchchia

Das Urteil ist ein weiterer Schritt in dem langwierigen Verfahren zur Rückgabe staatlicher Ländereien. Wir erläutern, was das Gericht entschieden hat, in welchem rechtlichen Kontext dies steht und welche praktischen Folgen es für die Ukraine hat.

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VAKS verurteilte Ex‑Präsidenten in Abwesenheit wegen Aneignung von Sukholutschja

Das Höhere Antikorruptionsgericht (VAKS) hat Wiktor Janukowytsch in Abwesenheit zu 15 Jahren Freiheitsentzug im Zusammenhang mit der Übernahme von Grundstücken in Sukholutschja verurteilt. Das Gericht ordnete außerdem die vollständige Konfiskation des gesamten Vermögens des Angeklagten sowie den Entzug des Rechts an, für drei Jahre öffentliche Ämter zu bekleiden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig — es kann innerhalb von 30 Tagen angefochten werden.

Was das Gericht festgestellt hat

Es geht um ein Grundstück aus dem Forstfonds auf dem Gebiet der Gemeinde Sucholutschja (Region Kiew) mit einer Fläche von 17,5 ha und einem geschätzten Wert von über 22 Mio. Hrywnja. Die Handlungen wurden nach Art. 191 Abs. 5 des Strafgesetzbuchs der Ukraine qualifiziert (Aneignung, Veruntreuung von Vermögen oder dessen Aneignung durch Amtsmissbrauch).

„Später, in den Jahren 2009–2011, wurde auf diesem Grundstück ein Hotel‑ und Gastronomiekomplex errichtet, der vom Ex‑Präsidenten für persönliche Zwecke genutzt wurde.“

— Spezialisierte Antikorruptionsstaatsanwaltschaft (SAP)

Chronologie und Verfahren

Wesentliche Etappen des Verfahrens: 2007, als Janukowytsch Premierminister war, wurden Entscheidungen getroffen, die zum Ausscheiden des Grundstücks aus dem Staatsvermögen führten. In den Jahren 2009–2011 entstand auf dem Gelände ein Komplex, der nach Angaben der Ermittler für persönliche Zwecke genutzt wurde. Nach der Flucht Janukowytschs nach Russland im Jahr 2014 untersuchte die Abteilung für Sonderermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft (GPU) den Fall; seit 2019 führt das Nationale Antikorruptionsbüro der Ukraine (NABU) die Ermittlungen. Die Akte wurde am 29. September 2023 an das Gericht übergeben; Ende 2022 wurde Sukholutschja im Rahmen von Sanktionen konfisziert.

Warum das wichtig ist

Die Entscheidung des VAKS hat zwei Bedeutungsdimensionen. Erstens ist sie symbolisch: Es wurde Verantwortung für die Aneignung staatlichen Landes festgestellt — der Staat hat die unrechtmäßige Entziehung des Vermögenswerts dokumentiert und einen Schuldspruch erwirkt. Zweitens ist da ein praktischer Effekt: Die vollständige Konfiskation eröffnet den Weg zur Rückführung des Vermögenswerts in das Eigentum des Staates oder zu einer anderen Nutzung zugunsten der Gesellschaft.

Wie es weitergeht

Das Urteil kann angefochten werden, und bis zu seiner Rechtskraft bleibt die Frage der Vollstreckung offen, zumal sich der Angeklagte außerhalb der Ukraine aufhält. Dennoch hat das Urteil auch in einem solchen Fall Bedeutung als Rechtspräzedenz und als Instrument für zivilrechtliche Maßnahmen zur Schadensersatzforderung und Verwaltung des konfizierten Eigentums. Fachkreise betonen: Die entscheidende Frage ist nun, wie effektiv der Staat die Mechanismen zur Rückführung und Verwaltung dieser Vermögenswerte umsetzt.

Ausblick: Wird dieses Urteil nicht nur eine juristische Feststellung bleiben, sondern auch zu einer praktischen Verbesserung zugunsten der Gemeinschaft führen, die bislang den Zugang zu ihren Ressourcen verloren hat?

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