BYD hat Tesla überholt: Was bedeutet das für den weltweiten Markt für Elektroautos und für die Ukraine?

Laut Bloomberg verkaufte der chinesische Hersteller BYD im Jahr 2025 4,6 Millionen Autos und wurde damit erstmals zum größten Hersteller von Elektrofahrzeugen — wir analysieren, warum das geschah und welche Folgen das für den ukrainischen Markt hat.

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Kurz — was passiert ist und warum das wichtig ist

Nach Angaben von Bloomberg verkaufte BYD im Jahr 2025 weltweit 4,6 Mio. Fahrzeuge: 2,3 Mio. vollständig elektrische (BEV) und ebenso viele Plug‑in‑Hybride (PHEV). Das verschaffte dem Unternehmen erstmals den ersten Platz im globalen Ranking der Hersteller von Elektrofahrzeugen — während Tesla nach vorläufigen Schätzungen rund 1,6 Mio. Elektroautos absetzte.

Gründe für den Führungswechsel

Die Kombination mehrerer Faktoren verschaffte BYD einen Vorteil: großangelegte Produktion von PHEV neben BEV, eine aggressive Exportstrategie und die Unterstützung einer breiten Lieferkettenbasis in China. Gleichzeitig verringert sich bei BYD der technologische Vorsprung, den das Unternehmen zuvor hatte — das beeinflusste das Wachstumstempo auf dem Binnenmarkt und zwang es, auf Export zu setzen.

„Der technologische Vorsprung, den das Unternehmen über mehrere Jahre hatte, ist geschrumpft“

— Wang Chuanfu, CEO von BYD (bei einem Treffen mit Investoren)

Im Jahr 2025 beliefen sich BYDs Lieferungen außerhalb Chinas auf etwa 1,05 Mio. Fahrzeuge, was die Erwartungen übertraf und den Rückgang auf dem Binnenmarkt ausglich. Zusätzliche Konkurrenz entsteht durch Geely und Xiaomi, was den Druck auf Innovationen und die Preispolitik im Segment verstärkt.

Teslas Lage: Absatzrückgang oder Übergangsphase?

Tesla schließt das zweite Jahr in Folge mit rückläufigen Verkaufszahlen ab. Es geht dabei nicht nur um den Verlust von Marktanteilen — es ist ein Signal, dass das Modellangebot und die Produktionsansätze an die globale Konkurrenz angepasst werden müssen, in der sowohl Kosten als auch die lokale Präsenz des Herstellers eine Rolle spielen.

Was das für die Ukraine bedeutet

BYD wurde 2025 erstmals zum Verkaufsführer in der Ukraine. Für unseren Markt ist das ein wichtiger Trend — günstigere Elektrofahrzeuge beschleunigen den Umstieg von fossilen Brennstoffen, senken die Betriebskosten und bieten die Chance, Flotten des gewerblichen Verkehrs beim Wiederaufbau der Infrastruktur zu erneuern.

Es gibt jedoch Bedingungen: Das großflächige Eindringen chinesischer Marken erfordert mehr Ladeinfrastruktur, Sicherheitsstandards sowie transparente Regeln für Verzollung und Garantieservice. Ohne das laufen einheimische Verbraucher Gefahr, billige Karosserien ohne angemessene Serviceunterstützung zu erhalten.

Fazit — was als Nächstes?

Die Verlagerung der Führungsrolle zu BYD betrifft nicht nur die Marke. Es geht um eine Veränderung der geografischen Produktionsstruktur, um die Bedeutung des Exports für Wachstum und darum, wie schnell sich der Markt für Elektrofahrzeuge durch Preise und Produktvielfalt demokratisiert. Für die Ukraine ist das eine Chance auf günstigere Elektromobilität, aber auch eine Erinnerung: Infrastruktur, Regelwerke und Unterstützung müssen vorbereitet werden, um diese Chance voll auszuschöpfen. Ob unsere staatlichen und wirtschaftlichen Institutionen dafür bereit sind, ist die zentrale Frage für die kommenden Jahre.

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