Was passiert ist
BYD hat den Geschäftsbericht für 2025 veröffentlicht: Der Nettogewinn im vierten Quartal fiel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 38% auf 9,3 Mrd. Yuan (erwartet wurden 12,29 Mrd.). Für das Gesamtjahr ging der Nettogewinn um 19% zurück und belief sich auf 32,6 Mrd. Yuan – erstmals seit 2021. Der Umsatz stieg nur um 3% auf 804 Mrd. Yuan, das langsamste Wachstumstempo in sechs Jahren. Der Quartalsumsatz betrug 237,7 Mrd. Yuan und damit 13,5% weniger.
Warum das so ist
Unternehmen und Analysten verweisen auf mehrere Faktoren, die zusammenwirkten: verstärkter Preiskampf, „übermäßige Marketingmaßnahmen“, die Alterung eines Teils der Modellpalette und eine schwache Inlandsnachfrage. BYD erlebt seit September einen sechsmonatigen Absatzrückgang, und Käufer schieben den Kauf häufiger auf oder entscheiden sich für günstigere Modelle der Konkurrenz.
Ein zusätzlicher Schlag kam von der Politik: Im Januar 2026 hat die Ukraine Steuervergünstigungen für den Import von Elektroautos gestrichen – das löste einen Einbruch der lokalen Nachfrage aus (im Januar ging die Nachfrage um das 11‑Fache zurück, im Februar um das 30‑Fache im Vergleich zu Dezember).
Märkte und Zahlen, die man sich merken sollte
Im Januar–Februar 2026 verkaufte BYD mehr als 400.000 Autos – das sind 36% weniger als vor einem Jahr. Nach Angaben der China Association of Automobile Manufacturers sanken die gesamten Verkäufe von Elektrofahrzeugen in China im gleichen Zeitraum um 27,5%. Die BYD-Aktien an der Hongkonger Börse verloren seit den Höchstständen im Mai rund 40%, obwohl die Kurse am Freitag nach Vorlage des Berichts um etwa 3,5% schlossen.
Was das für die Ukraine bedeutet
Auf der einen Seite sind schwächere Finanzkennzahlen von BYD ein Signal an Investoren und Käufer, dass der Markt überhitzt ist und die Modellpalette erneuert werden muss. Auf der anderen Seite ist es für die Ukraine ein weiterer Erinnerungsfaktor: Politische Entscheidungen zu Vergünstigungen und Steuern haben direkten Einfluss auf die Erschwinglichkeit von Elektroautos und das Tempo der Dekarbonisierung des Verkehrs. Die Abschaffung der Vergünstigungen führte zu einem sofortigen Nachfrageeinbruch und machte den ukrainischen Markt anfälliger für Schwankungen internationaler Akteure.
Experteneinschätzung
„BYD ist nicht das einzige Unternehmen, das mit nachlassenden Verkäufen kämpft“
— Min Hsun Li, Leiter der Forschungsabteilung für den Automobil- und Industriesektor Großchina, BofA Global Research
„Auf lange Sicht werden hohe Ölpreise ein Katalysator für die internationale Expansion führender Hersteller von Elektrofahrzeugen sein“
— Analysten von Citic Securities
Kurzes Fazit
Das Ergebnis von BYD ist nicht nur eine interne Geschichte eines chinesischen Unternehmens. Es ist ein Marker für den Markt der Elektrofahrzeuge: Der Wettbewerb hat sich verschärft, Verbraucher priorisieren Preis und Modellpalette, und die Politik (Vergünstigungen oder deren Abschaffung) kann das Nachfragebild augenblicklich verändern. Für die Ukraine ist das ein Signal: Wenn das Ziel Energie- und Verkehrssicherheit ist, müssen Entscheidungen zu Vergünstigungen und Zöllen Teil einer Strategie sein und dürfen keine impulsiven Veränderungen sein. Die Frage, wie lokale Verbraucher und Unternehmen die globalen Chancen nutzen können, ist jetzt dringlicher geworden.