Die Glazers wollen Manchester United verlassen – aber der Familienrat hat noch nicht abgestimmt

Bloomberg deckte eine interne Spaltung zwischen Familienmitgliedern auf: Einige sind bereits überzeugt zu verkaufen, während andere zögern. Im Hintergrund stehen eine Bewertung von 3,6 Milliarden Dollar am Markt, eine milliardenschwere Rechnung für die Rekonstruktion von Old Trafford und eine Klausel von 2027, die auf allen lastet.

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Фото: depositphotos.com

Mehrere Mitglieder der Familie Glazer prüfen separat die Möglichkeit, einen Teil oder alle ihre Anteile an Manchester United zu verkaufen — und versuchen, die übrigen Familienmitglieder zum Mitmachen zu bewegen. Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen. Ein Sprecher des Clubs lehnte einen Kommentar ab.

Nicht zum ersten Mal — aber diesmal anders

Die Familie hat dies bereits 2022 durchgemacht, als sie öffentlich die „Überprüfung strategischer Alternativen" ankündigte. Damals zog sich das Verkaufsprozedere über mehr als ein Jahr hin: Der katarische Scheich Jassim zog sich schließlich aus den Verhandlungen zurück, und der britische Milliardär Jim Ratcliffe kaufte im Dezember 2023 über INEOS 25% der Anteile — zusammen mit der operativen Kontrolle über die Sportabteilung — für etwa £1,3 Milliarden. Sein Anteil ist mittlerweile auf 28,9% gestiegen.

Der Unterschied zu 2022 liegt in den Details des Deals mit Ratcliffe. Nach Angaben von FourFourTwo enthält der Vertrag eine Klausel, die die Glazers anreizt, ihren Anteil bis Februar 2027 zu verkaufen. Das heißt, die Familie hat ungefähr 18 Monate Zeit, um sich entweder einzigen oder dieses Zeitfenster zu verpassen.

Arithmetik des Verkaufs

Die Anteile von Manchester United werden an der NYSE für etwa 21 Dollar gehandelt, was einer Marktkapitalisierung von rund 3,6 Milliarden Dollar entspricht. Aber Bloomberg präzisiert: Der tatsächliche Kaufpreis wird diese Summe übersteigen — aufgrund der Struktur der stimmberechtigten Anteile, die die Kontrolle in den Händen der Familie konzentriert.

Parallel dazu steht der Club vor einer potenziellen Milliardenrechnung für die Rekonstruktion des Stadions Old Trafford. Dies ist eines der Argumente für einen Verkauf — ein neuer Eigentümer mit tiefen Taschen könnte diese Last auf sich nehmen.

„Jeder potenzielle Verkauf könnte Käufer aus dem Nahen Osten sowie wohlhabende Personen aus den USA anziehen. Käufer werden sich wahrscheinlich mit einem steilen Preis für einen solchen Vermögenswert konfrontiert sehen, zumal die Finanzierungskosten für große M&A-Transaktionen erhöht bleiben".

Bloomberg

Club ohne Europa — und plötzlich damit

Der Kontext für potenzielle Käufer ist mehrdeutig. 2025 kam Manchester United zum ersten Mal in über einem Jahrzehnt nicht in die europäischen Pokalwettbewerbe — ein unmittelbarer Beweis für die Sportliche Krise nach Alex Fergusons Abgang 2013. Seitdem wechselte der Club mehrere Trainer und Stars aus und erzielte eine magere Bilanz in Trophäen.

Gleichzeitig registriert Bloomberg eine ironische Wendung: Der Club hat sich für die Champions League der nächsten Saison qualifiziert. Das bedeutet erhebliche finanzielle Einnahmen von der UEFA — und einen zusätzlichen Anreiz für die Glazers, nicht mit dem Verkauf zu beeilen.

Familiäre Arithmetik

Die Familie ist nicht monolithisch. Avram und Joel Glazer sind Co-Geschäftsführer des Clubs. Ihre Geschwister Kevin, Bryan, Darcy und Edward sind Vorstandsmitglieder. Nach Angaben von Bloomberg gibt es keine gemeinsame Entscheidung zum Ausstieg — verschiedene Familienmitglieder diskutieren immer noch über den besten Weg. Einige von ihnen sind gegen einen Verkauf, und ein Deal ohne ihre Zustimmung wird schwierig sein.

Ratcliffe ist unterdessen im Minus: Seine Anteile sind derzeit etwa 812 Millionen Dollar wert — 48% weniger als die Summe, die er bezahlt hat. Der Papierverlust beträgt etwa 734 Millionen Dollar. Zum Vergleich: Mit diesem Geld hätte man den gesamten Newcastle United kaufen können.

Wenn die Glazers bis Februar 2027 keinen Konsens erreichen, wird die Ratcliffe-Klausel zu ihrem Nachteil greifen. Die Frage ist nicht, ob sie verkaufen, sondern ob sie sich untereinander einigen, bevor die Zeit abläuft.

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