Ursachen des Rückgangs
Reuters berichtet, dass das operative Ergebnis von Honda Motor im dritten Quartal des Geschäftsjahres (Oktober–Dezember 2025) 153,4 Milliarden Yen betrug — um 61,4% weniger im Jahresvergleich. Das Unternehmen führt dies auf zwei Schlüsselfaktoren zurück: das Auslaufen von Subventionen und die starke Abkühlung der Nachfrage nach Elektrofahrzeugen in Nordamerika (was den Gewinn in den neun Monaten um rund 270 Milliarden Yen reduzierte) sowie den Einfluss US-amerikanischer Zölle, die das Ergebnis um weitere etwa 280 Milliarden Yen schmälerten.
Die Rolle Nordamerikas
Die USA bleiben ein kritisch wichtiger Markt für Honda — mehr als zwei Fünftel ihres weltweiten Absatzes in diesem Zeitraum entfielen auf Nordamerika. Wenn der größte Markt die Spielregeln ändert (Subventionen, Zölle), wirkt sich das sofort auf Lieferketten und die Profitabilität der Hersteller aus.
Bilanz zwischen Geschäftsbereichen und Marke
Neben Problemen im Elektrowagen-Segment zeigt das Motorradgeschäft von Honda ein robustes Wachstum — die stärksten Verkäufe werden in Indien und Brasilien verzeichnet — was hilft, die Gesamtverluste abzumildern. Das Unternehmen belässt die Jahresprognose für das operative Ergebnis bei 550 Milliarden Yen und kündigte eine Änderung des Logos an: Das neue Emblem wird ab 2027 an Elektrofahrzeugen und Hybriden der neuen Generation zu sehen sein.
"Die gegenwärtige Aufgabe des Unternehmens besteht darin, eine sparsame operative Struktur zu schaffen, die flexibel auf Veränderungen im Geschäftsumfeld reagieren kann."
— Noriya Kaihara, Executive Vice President von Honda
Systemeffekt für die japanische Industrie
Analysten weisen darauf hin: Der kumulierte Gewinn der sieben größten japanischen Autohersteller (Toyota, Honda, Nissan, Mazda, Mitsubishi, Subaru und Suzuki) schrumpfte durch US-Zölle um rund 1,5 Billionen Yen. Das ist kein Einzelfehler — es ist ein Signal für die Verwundbarkeit eines Ökosystems, das von der Politik seiner wichtigsten Käufer abhängt.
Was das für die Ukraine bedeutet
Für ukrainische Hersteller von Autoteilen und Exporteure ist dieser Rückgang eine Erinnerung an zwei einfache Wahrheiten: Die Abhängigkeit von einem großen Markt und von externen Stimuli erhöht die Risiken; die Diversifizierung der Märkte, flexible Logistik und die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Produkte sind der Schlüssel zur Widerstandsfähigkeit. Institutionen und Investoren sollten nicht nur die Risiken sehen, sondern auch die Chancen — Nischen in globalen Lieferketten zu besetzen, die zunehmend unvorhersehbar werden.
Fazit
Der Gewinneinbruch bei Honda ist das Ergebnis eines gleichzeitigen Schlages gegen die Nachfrage nach Elektroautos und des Zolldrucks. Das ist eine Lehre für die gesamte Branche: Gewinne können sich schnell in Verluste verwandeln, wenn keine flexible Strategie aufgebaut wird. Ob ukrainische Unternehmen diese Chance nutzen — hängt von der Geschwindigkeit der Diversifizierung und der Qualität des Managements ab.