Charkiw startet ein 5G‑Testnetz 30 km von der Grenze entfernt – ein Zeichen für die Widerstandsfähigkeit der Infrastruktur

Der Start von 5G im frontnahen Charkiw — ein technischer Schritt mit sicherheits- und wirtschaftlichen Implikationen. Wir erläutern, was sich für die Bewohner ändern wird, welche technischen Einschränkungen bestehen und warum das jetzt wichtig ist.

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Пара, яка першою в Україні зареєструвала шлюб онлайн через сервіс Дія, використовуючи 5G, разом із заступником міністра цифрової трансформації Станіславом Прибитком і міським головою Харкова Ігорем Тереховим (фото - Stas Prybytko / Facebook)

Was passiert ist

Am 14. Februar wurde in Charkiw eine Testzone für Mobilfunk der fünften Generation eingerichtet. Den Start meldeten die Betreiber Kyivstar, lifecell und Vodafone über LIGA.net. Charkiw wurde damit nach Tests in Lwiw und im zentralen Teil von Borodjanka (Kiewer Oblast) die dritte ukrainische Ortschaft mit 5G — und die erste frontnahe Stadt, in der dies erfolgt ist.

„Der Start von 5G nur 30 km von der Grenze zur Russischen Föderation entfernt ist nicht einfach eine technische Entscheidung. Es ist eine Haltung des Staates: die Entwicklung geht selbst während des Krieges weiter“

— Stanislaw Prybytko, stellvertretender Minister für digitale Transformation

Wo die Abdeckung ist und wie man sie nutzt

Die Netze arbeiten derzeit im Standard NSA (Non-Standalone), das heißt die 5G-Radioanteile arbeiten zusammen mit der bestehenden 4G-Infrastruktur. Die Abdeckung konzentriert sich auf das Stadtzentrum: der Platz der Freiheit (Maidan Swobody), Teile der angrenzenden Straßen, das Gebiet beim Charkiwer Botanischen Garten (Denkmal für T. Schewtschenko), das Nationale Opern- und Balletttheater Lysenko, die Philharmonie, das Delfinarium und das Derzhprom-Gebäude.

Um 5G zu nutzen, benötigen Abonnenten: eine USIM oder eSIM, ein Smartphone mit Unterstützung des Bandes n78 (3500 MHz), eine aktuelle Betriebssystemversion und ein ausreichendes Datenvolumen im Tarif.

Fakten und Umfang

Nach Angaben des Ministeriums für digitale Transformation nutzten während der Tests in Lwiw und Borodjanka fast 400.000 Nutzer die Möglichkeiten von 5G. In der Ukraine sind derzeit 36 5G-Basisstationen installiert; der Pilot wird mindestens bis Dezember 2026 laufen. Am Tag des Starts in Charkiw wurde der 5G-Dienst über Vodafone erstmals für die Online-Registrierung einer Ehe über die Plattform Diia verwendet.

Warum das wichtig ist

Kurz gesagt — es geht nicht nur um schnelleres Internet. Das erste frontnahe 5G hat mehrere praktische Folgen: erhöhte Robustheit der Kommunikation in Krisensituationen, eine Testplattform für digitale Dienste (z. B. Diia) und ein Signal an Investoren und Partner: Der Ausbau der Infrastruktur geht trotz Sicherheitsdruck weiter.

Technisch erlaubt NSA ein schnelles Starten von Diensten unter Nutzung des bestehenden 4G-Netzes, aber für das volle Spektrum an 5G-Funktionen (geringe Latenz, Netzvirtualisierung) ist der Übergang zu Standalone (SA) sowie zusätzliche Investitionen in das Core-Netz und das Frequenzspektrum erforderlich. Telematik- und Notfalldienste, industrielle Anwendungen und Cloud-Lösungen sind genau die Bereiche, die von einer weiteren Ausrollung profitieren würden.

Fazit

Der Test in Charkiw ist zugleich ein technisches Experiment und ein politisches Signal: Die Infrastruktur funktioniert trotz Bedrohungen, und Staat sowie Markt prüfen, wie bereit Dienste und Nutzer sind. Nun sind die Betreiber und die Regulierungsbehörde am Zug: wie schnell die Abdeckung ausgeweitet wird, wer in SA‑Architektur investiert und wie sich das auf die Verfügbarkeit der Dienste für normale Nutzer auswirkt.

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