Auf dem Gelände des Staatsunternehmens „Nationale Filmstudios für künstlerische Filme benannt nach Alexander Dowschenko" wurde ein Grundstück mit einer Fläche von etwa einem Hektar entdeckt, das unter dem Vorwand eines Bürogebäudebaus umgeschrieben werden soll. Dies teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit, die eine entsprechende Ermittlung eingeleitet hat.
Das Muster ist in solchen Fällen Standard: Staatsland, das rechtlich dem Kulturunternehmen gehört, erhält eine neue Zweckbestimmung – und entzieht sich faktisch der staatlichen Kontrolle. Ein Hektar in Kiew kostet, selbst ohne Berücksichtigung des zukünftigen Baus, Dutzende Millionen Hrywnja.
Die Dowschenko-Filmstudios sind nicht nur eine kulturelle Institution. Sie gehören zu den wenigen erhaltenen großen Produktionsplätzen für Kino in der Ukraine, deren Infrastruktur theoretisch die Grundlage für eine Wiederbelebung der inländischen Filmindustrie nach dem Krieg bilden könnte. Der Verlust auch nur eines Teils des Geländes würde unumkehrbare Einschränkungen für jedes solche Projekt bedeuten.
Die Generalstaatsanwaltschaft wertet die Handlungen als Versuch, sich staatlicher Vermögenswerte zu bemächtigen. Details darüber, wer genau die Änderung der Zweckbestimmung des Grundstücks eingeleitet hat und in welchem Stadium sich die Dokumentbearbeitung befindet, werden derzeit nicht offengelegt – die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.
Charakteristisch ist, dass ähnliche Versuche auf dem Gelände von Kultur- und Industrie-Staatsunternehmen regelmäßig registriert werden – meist in einem Stadium, in dem die Dokumente bereits teilweise bearbeitet sind. Dies zwingt zu einer konkreten Frage: Gibt es in der Staatsverwaltung eine systematische Überwachung der Zwecknutzung von Land auf Staatsunternehmen – oder greift die Generalstaatsanwaltschaft nur dann ein, wenn das Schema bereits fast abgeschlossen ist?