Ferrari Luce für 550.000 Euro: Der erste Elektrowagen der Marke wurde fünf Jahre lang entwickelt – und kommt ohne Touchscreen

Ferrari hat offiziell den Luce vorgestellt – einen viertürigen fünfsitzigen Elektroautomobil mit 1000 PS zum Preis ab €550.000. Das Design stammt von Jony Ive, die Bedienelemente sind physische Tasten, und die Ferrari-Aktien fielen am Tag der Präsentation um 3%.

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Ferrari Luce (Фото: Ferrari)

Am 25. Mai präsentierte Ferrari in Rom seinen ersten serienmäßigen Elektrowagen — Luce („Licht" in der italienischen Übersetzung). Der Name spiegelt nach Aussage des Unternehmens „Elektrifizierung als Mittel, nicht als Zweck". Der Einstiegspreis liegt bei 550.000 Euro. Zum Vergleich: Das Durchschnittsjahreseinkommen in der Ukraine beträgt etwa 6.000 Euro. Doch Luce ist nicht für die Masse.

Fünf Jahre, zwei Designer und kein Touchscreen

Für die Entwicklung des Interieurs holte sich Ferrari das Studio LoveFrom — ein kreatives Kollektiv des früheren Chefdesigners von Apple Jony Ive und des Industriedesigners Marc Newson. Beide sind übrigens Ferrari-Besitzer. Die Zusammenarbeit dauerte fünf Jahre.

Das Ergebnis erwies sich als demonstrativ gegenkulturell für den E-Auto-Markt: keine riesigen Touchscreens. Das Interieur basiert auf physischen Knöpfen, Schaltern und Hebeln.

„Es gibt eine seltsame Vorstellung: Wenn die Energiequelle elektrisch ist, muss die Schnittstelle digital sein. Das scheint mir nicht logisch zu sein."

— Jony Ive, LoveFrom

Das Lenkrad — drei Speichen aus 19 Teilen recyceltem Aluminium, inspiriert von Nardi-Holzlenkrädern aus den 1950er Jahren. Es wiegt fast 450 Gramm weniger als ein Standard-Lenkrad von Ferrari.

Technische Daten: Was für 550.000 Euro

  • Motor: vier Elektromotoren (zwei pro Achse), Allradantrieb, ~1000 PS
  • Batterie: 122 kWh, Ladeunterstützung bis 350 kW
  • Reichweite: über 530 km (WLTP)
  • Beschleunigung 0–100: 2,5 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit — über 310 km/h
  • Aufbau: 4 Türen, 5 Plätze — das erste fünfsitzige Serienfahrzeug von Ferrari

Die Batterie ist unter dem Boden angebracht — dies beseitigte den zentralen Tunnel und machte Luce zum ersten Ferrari, in dem sich Fahrgäste hinten nicht wie im Kofferraum fühlen.

Marktkontext: Ferrari setzt auf Exklusivität, während Konkurrenten zurückweichen

Lamborghini verzichtet kurzfristig auf vollständig elektrische Modelle, Porsche hat die Verkaufsziele für E-Fahrzeuge nach schwacher Nachfrage gesenkt — besonders in China und den USA. Ferrari tritt in die entgegengesetzte Richtung ein, jedoch mit gedämpften Ambitionen: Nach Angaben von Reuters wurde der Anteil von Elektrofahrzeugen in der Modellpalette der Marke bis 2030 von 40 % auf 20 % gesenkt.

Analysten von MarketScreener weisen darauf hin, dass Ferrari den Luce nicht wegen der Stückzahlen einführt: „Ferrari tritt auf den Markt ein, um chinesischen Herstellern — insbesondere BYD mit dem Modell Yangwang U9 — nicht das Bild eines Premium-Elektrofahrzeugs zu überlassen." Die vierteljährlichen Lieferungen von Ferrari sind bereits um 4,4 % gesunken, obwohl die Marge über 39 % bleibt.

Die Reaktion der Investoren fiel gedämpft aus: Die Ferrari-Aktie (RACE) fiel am Tag der Präsentation um 3 %. Der Markt ist unsicher, ob ein viertüriger Elektrowagen ohne Motorengeräusch den traditionellen Ferrari-Käufer findet.

Lieferungen und Verfügbarkeit

Bestellungen in Europa öffnen sich später im Jahr 2025, Lieferungen in den USA ab dem zweiten Quartal 2027. Ferrari nennt keine konkreten Produktionszahlen, aber es ist bekannt, dass das Werk in Maranello derzeit etwa 14.000 Fahrzeuge pro Jahr herstellt und nicht plant, die Menge stark zu erhöhen.

Wenn Ferrari den Luce als neuen Typ eines Luxusobjekts vermarkten kann — nicht als „Ferrari ohne Motor", sondern als eigenständige Kategorie — wird der Preis von 550.000 Euro für die Zielgruppe kein Hindernis darstellen. Die Frage ist eine andere: Bleibt die für Benzinmodelle charakteristische zweijährige Warteliste bestehen, wenn die ersten Luce 2027 zu den Käufern kommen — und wird sich der Premium-EV-Markt bis dahin nicht noch weiter abgekühlt haben.

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