Krippa startet den Dauerbau am Chreschtschatyk neu — was das für das Zentrum Kiews bedeutet

Nach dem Aufkauf der Anteile an der GmbH „Graal“ plant Maksym Krippa über den Fonds „ARS Kapital“, das Projekt „Stolichnyi“ wieder aufzunehmen. Wir analysieren, warum das wichtig für den Verkehr, den öffentlichen Raum und das Image einer europäischen Hauptstadt ist.

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Фото: Google Maps

In einem etwas weiteren Kontext

Laut LIGA.net hat der Geschäftsmann Maksym Krippa über den Investmentfonds „ARS Capital“ nach dem Aufkauf von Anteilen, unter anderem von Unternehmen Ihor Nikonovs, die Kontrolle über ТОВ «Грааль» konsolidiert. Auf Basis dieses Vermögenswerts soll der multifunktionale Komplex „Stolychnyj“ auf dem Gelände vom Maidan bis zum Europaplatz neu gestartet werden – eine der auffälligsten Lagen im Zentrum Kiews.

Warum das gerade jetzt wichtig ist

Das ist nicht nur ein Geschäftsabschluss. Auf Stadtebene geht es darum, ein blockiertes Bauprojekt zu entschärfen, private Mittel in das Zentrum zu investieren und potenziell ein Verkehrsproblem durch eine Tiefgarage zu lösen. Für Kiew, das sich auf den Wiederaufbau der Infrastruktur nach dem Krieg vorbereitet, ist jedes solche Projekt ein Indikator dafür, dass der private Sektor bereit ist, in die Wiederherstellung des öffentlichen Raums zu investieren.

Was geplant ist

Nach Ankündigung wird der neue Komplex Hotel-, Büro- und öffentliche Funktionen vereinen; vorgesehen sind der Bau einer unterirdischen Parkgarage, die Rekonstruktion von Fußgängerübergängen und die Gestaltung des Europaplatzes. Die Finanzierung soll aus eigenen Mitteln des Investors erfolgen.

"Unser strategisches Ziel ist es, diesen Vermögenswert, dessen Bau jahrelang nicht begonnen wurde, wieder zu aktivieren und ihn in einen modernen Raum zu transformieren, der dem Status einer europäischen Hauptstadt entspricht. Wir investieren bewusst Ressourcen in anspruchsvolle, aber einzigartige Vermögenswerte im Herzen der Ukraine..."

— Maksym Krippa, Geschäftsmann

Vorgeschichte und juristischer Kontext

Das Projekt hat eine lange Geschichte: 2003 erklärte die Kiewer Stadtverwaltung „Graal“ zum Sieger des Investitionswettbewerbs für die Rekonstruktion des Europaplatzes und der unterirdischen Bereiche unter dem Chreschtschatyk und der Hruschewskoho-Straße. 2021 stellte der Kiewer Stadtrat den Pachtvertrag für „Graal“ wieder her und übertrug ein zusätzliches Bauland. Jetzt, da die Kontrolle konsolidiert ist, besteht Potenzial für reale Fortschritte im Projekt – alles wird jedoch von der Abstimmung der Planunterlagen und den öffentlichen Verfahren abhängen.

Vorteile, Risiken, worauf zu achten ist

Vorteile: private Finanzierung entlastet den städtischen Haushalt; eine unterirdische Parkgarage kann das Zentrum entlasten; moderne Bebauung kann die touristische Attraktivität und die Standards des öffentlichen Raums erhöhen.

Risiken und Fragen: ein großes Objekt im Zentrum erfordert eine sorgfältige architektur‑historische Prüfung, transparente Genehmigungsprozesse und Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern. Wichtig ist die Überwachung von Zeitplänen und Investitionsgarantien: Absichtserklärungen müssen in einen klaren Arbeitsplan und Finanzierungsphasen überführt werden.

Wie es weitergeht

Krippa kontrolliert bereits mehrere markante Immobilien in Kiew – darunter das Hotel „Ukraine“, den Wolkenkratzer „Parus“ und das Messe‑ und Ausstellungszentrum (МВЦ) – und verfügt über Erfahrung mit großangelegten Projekten. Nun stellt sich die Frage, ob es gelingt, den Konsens zwischen Eigentümer, Stadt und Fachgemeinschaft in eine konkrete Wiederherstellung des zentralen Raums zu verwandeln. Regierung, Stadtverwaltung, Architekten und Öffentlichkeit müssen den Prozess überwachen, damit die Erneuerung den Kiewerinnen und Kiewern zugutekommt und nicht nur dem Anlageportfolio.

Fazit: Der Deal bietet die Chance, den jahrelangen Stillstand zu beenden und die Logistik im Zentrum zu verändern, doch der Erfolg hängt von transparenten Verfahren, der Qualität der Planungsentscheidungen und den Umsetzungsfristen ab. Jetzt sind die Partner und die Stadt am Zug: Werden sich die Ambitionen in eine reale Erneuerung des Raums verwandeln?

Quelle: LIGA.net, öffentliche Beschlüsse des Kiewer Stadtrats und Register.

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