Was passiert ist
Der Staatliche Dienst für Geologie und Bodenschätze hat die Sondergenehmigung der LLC „Spis Ukraine“ (Onur‑Gruppe) für die Жовтоводська‑Fläche in der Oblast Dnipropetrowsk annulliert, nachdem das Unternehmen selbst auf die Genehmigung verzichtet hatte. Die Information veröffentlichte zuerst das Branchenportal NADRA.info.
Warum der Investor verzichtete
Onur erklärte die Entscheidung damit, dass der tatsächliche Goldgehalt im Erz deutlich unter den Erwartungen lag: 1,4 g/t statt der prognostizierten 4,5 g/t. Bei solchen Werten wird der Abbau wirtschaftlich unrentabel. Parallel hatte das Unternehmen zuvor über unbefriedigende Ergebnisse der geologischen Erkundung berichtet und beabsichtigte, vom Staatlichen Dienst für Geologie und Bodenschätze Kostenersatz zu verlangen.
„Wir haben 12 Bohrlöcher niedergebracht, eine ausländische Firma. Gold – gibt es nicht. Es ist nicht einmal annähernd vorhanden. Nicht einmal tausendstel Gramm pro Tonne.“
— Oleksii Falkovych, Direktor der LLC „Geological Service Company GSK“, Kandidat der geologischen Wissenschaften
„Deshalb sehen wir für dieses Areal keine Perspektive und planen keine weiteren Investitionen.“
— Emre Karaahmetoglu, CEO der Onur Group in der Ukraine
Kontext und Folgen
Die Fläche erwarb die LLC „Spis Ukraine“ bei einer Online‑Auktion des Staatlichen Dienstes für Geologie und Bodenschätze im Dezember 2020 für über 5,7 Mio. UAH; die Sondergenehmigung erhielt sie im Februar 2021, und die Onur‑Gruppe übernahm im April 2021 die Kontrolle über das Unternehmen. Ende 2021 gab es erste Meldungen über unbefriedigende Bohrergebnisse.
Nach dem Verzicht auf die Genehmigung kontrolliert Onur laut NADRA.info noch acht weitere Flächen mit Vorkommen von Kalkstein, Sand, Granit, Graphit und anderen Rohstoffen.
Niob ist in der Liste der strategischen und kritischen Rohstoffe der Ukraine aufgeführt; Niob und Gold werden als Komponenten genannt, deren Förderprojekte den amerikanisch‑ukrainischen Investitionsfonds für den Wiederaufbau speisen könnten. Der Verzicht eines Investors auf eine Fläche bedeutet nicht den Verlust des Potenzials – er ist ein Signal für die Notwendigkeit präziserer geologischer Bewertungen und eines realistischen Umgangs mit Investitionsrisiken.
Was als Nächstes
Der praktische Effekt ist, dass die Fläche ins staatliche Register zurückgeführt wurde und bei einer neuen Auktion angeboten werden kann. Das ist eine Bewährungsprobe für staatliche Verfahren: Können sie die Rechte schnell und transparent umverteilen, sodass die Ressourcen dem nationalen Interesse dienen und nicht spekulativen Erwartungen?
Der Kontext wird zudem durch eine jüngste Regierungsentscheidung verstärkt: Am 10. März 2026 annullierte das Kabinett die Lizenzen für drei Titangruben, die mit sanktionierten Strukturen in Verbindung stehen, und wird diese zur Auktion stellen. Die Tendenz zu offenen Ausschreibungen und zur Neuausrichtung der Rechte an Bodenschätzen könnte die Spielregeln für Investitionen in den Wiederaufbau verändern.
Fachkreise und Branchenmedien betonen: Investoren benötigen verlässliche Erkundungsdaten, und der Staat braucht einen effektiven Mechanismus zur Rückführung und Wiedervergabe von Flächen. Ob wir diesen Fall dazu nutzen, Transparenz und Kontrolle zu stärken – ist eine Frage mit direktem Einfluss auf künftige Investitionen und die nationale Wirtschaft.