Umorientierung der Märkte: Die Ukraine exportierte 463,7 Tausend Tonnen Zucker im Wert von 222 Mio. US-Dollar — neue Abnehmer ersetzten die EU

Nach den Beschränkungen der EU haben ukrainische Produzenten 73 % ihres Exports auf Weltmärkte verlagert. Wir erklären, was das jetzt für Landwirte, Exporteure und den Staatshaushalt bedeutet.

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Was passiert ist

Im Jahr 2025 exportierte die Ukraine 463 700 Tonnen Zucker im Wert von $222 Mio., berichtet die Nationale Vereinigung der Zuckerproduzenten der Ukraine «Укрцукор». Das Gesamtexportvolumen ging im Vergleich zum Rekordjahr 2024 (746 000 t) um 38 % zurück. Treibender Faktor für die Veränderung waren Beschränkungen bei Lieferungen in die Europäische Union.

Wohin der Zucker ging

Die Handelsstruktur erfuhr eine deutliche Umstellung: Während 2024 das Verhältnis etwa 60 % – Weltmärkte / 40 % – EU betrug, gingen 2025 bereits 73 % auf die Weltmärkte und nur noch 27 % in die EU. Zu den größten Importeuren zählen Libanon (15 %), Bulgarien (14 %), Nordmazedonien (8 %), Libyen (7 %), Syrien und Türkei (je 6 %). Im Vermarktungszeitraum 2024–2025, der am 31. August endete, entfielen 87 % der Exporte auf fünf Unternehmen.

Warum das wichtig ist

Die Umstrukturierung des Handels ist nicht nur Statistik. Die Diversifizierung der Märkte verringert die Abhängigkeit von der EU, erhöht jedoch die Exposition gegenüber der Volatilität neuer Käufer, logistischen Risiken und Preisschwankungen. Für Landwirte und Verarbeiter bedeutet das: Die verlorenen Volumina von 2024 wirken sich auf die Einkommen der Bauern und die Deviseneinnahmen aus, zugleich bieten neue Käufer die Chance, langfristige Verträge außerhalb der EU zu sichern.

„Im Jahr 2025 behielt die Branche eine hohe Exportaktivität bei, trotz einer Reduzierung der Liefermengen auf die Auslandsmärkte um 38 % im Vergleich zu 2024, als ein historischer Rekord beim Zuckerausfuhr aus der Ukraine – 746 000 Tonnen – aufgestellt wurde.“

— Яна Кавушевська, Vorsitzende der Vereinigung «Укрцукор»

Wie es weitergeht

Kurzfristig muss die Branche an Logistik, Qualitätsstandards für neue Märkte und Mechanismen zur Absicherung gegen Zahlungsausfallrisiken arbeiten. Aus staatlicher Sicht sind Unterstützung der Exporteure und Verhandlungen über die Aufhebung oder Abschwächung der Handelsbeschränkungen mit der EU wichtig. Praktisch bleibt die Frage: Wird sich diese vorübergehende Umstrukturierung in eine nachhaltige Diversifizierung der Märkte und stabile Deviseneinnahmen verwandeln, oder wird die Branche bei einer Änderung der Konjunktur erneut verwundbar sein?

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