Was passiert ist
Am Donnerstag, dem 26. Februar, konnte die Werchowna Rada das Abkommen zwischen der Ukraine und der Europäischen Investitionsbank über €134 Mio. für Straßenreparaturen nicht ratifizieren — für den Gesetzentwurf stimmten 225 Abgeordnete, während für die Annahme mindestens 226 erforderlich gewesen wären. Dies ist die erste Tranche aus einem Paket von €230 Mio., das während der Konferenz zum Wiederaufbau der Ukraine (URC2025) am 10. Juli 2025 in Rom unterzeichnet wurde.
Wofür das Geld genau vorgesehen war
Die Mittel sollten für mehrere Schlüsselprojekte verwendet werden: die Wiederherstellung der Brücke über den Dnister im Bereich des Dorfes Маяки (Oblast Odessa), die bei einem Raketen‑ und Drohnenangriff im Dezember 2025 beschädigt wurde, die grundhafte Instandsetzung von Abschnitten der Straße M‑06 (Київ–Чоп) innerhalb der Oblast Lwiw, die Reparatur der Strecke M‑11 (Львів–Шегині) sowie die Verbesserung der Grenzinfrastruktur. Die Verschiebung der Ratifizierung verschiebt den Beginn der Arbeiten und die Vorbereitung der Ausschreibungen.
"Das ist die erste Tranche von 230 Mio. Euro für die Straßen des transeuropäischen Netzes"
— Альона Шкрум, erste stellvertretende Ministerin für die Entwicklung von Gemeinden und Territorien
Warum das wichtig ist
Die Wiederherstellung der Infrastruktur ist nicht nur eine Frage des Komforts für Verkehrsteilnehmer. Es geht um Logistik für Unternehmen, Versorgungsrouten für das Militär und die Geschwindigkeit des Wiederaufbaus der von Angriffen betroffenen Regionen. Die Verzögerung der Finanzierung bringt Risiken für Zeitpläne des Wiederaufbaus, Verteuerungen der Projekte und ein Schwinden des Vertrauens westlicher Geldgeber in die Schlagkraft der Entscheidungsfindung in Kiew mit sich.
Folgen und mögliche Szenarien
Die wahrscheinlichsten nächsten Schritte sind eine erneute Abstimmung oder die Wiederregistrierung des Gesetzentwurfs unter Berücksichtigung politischer Absprachen. Diese Frage wird nicht nur vom Infrastrukturressort der Regierung gesteuert, sondern berührt auch die diplomatischen Beziehungen zu Partnern, die das Hilfspaket bereits gebilligt haben. Bleibt die Entscheidung kurzfristig aus, könnten Teile der Projekte verschoben, Ausschreibungen verzögert und die Kosten für die Arbeiten steigen.
Kurze Zusammenfassung
Lücken in der parlamentarischen Disziplin kosten mehr, als es auf den ersten Blick scheint: eine Stimme im Plenum bedeutet potenziell verzögerte Brücken, langsamere Logistik und zusätzliche Ausgaben der Steuerzahler. Jetzt sind die Abgeordneten und die Regierung am Zug: Gelingt es, den Fehler schnell zu beheben und die Verpflichtungen gegenüber internationalen Partnern zu bestätigen?