Erster Resident von Defence City wurde Drohnenhersteller „Вампір“
Premierminister Denys Shmyhal kündigte an, dass der erste Resident des neuen Rechtsregimes für den Verteidigungssektor ein Unternehmen ist, das die Drohnen «Вампір», «Шрайк» und Abfangsysteme gegen Shahed-Drohnen herstellt. Das ist ein Signal: der Staat führt kritische Rüstungsproduktionen in einen gesonderten Unterstützungsmodus, um die Modernisierung zu beschleunigen und die Widerstandsfähigkeit der Lieferketten zu erhöhen.
„Defence City ist offiziell gestartet“
— Denys Shmyhal, Premierminister
Was ist Defence City
Defence City — ein spezielles Rechtsregime staatlicher Unterstützung für Verteidigungsunternehmen, das am 5. Januar 2026 in Kraft tritt. Um Resident zu werden, muss ein Unternehmen seine strategische Bedeutung nachweisen und bestimmte Standards erfüllen, darunter einen festgelegten Anteil verteidigungsbezogener Einnahmen an der Ertragsstruktur.
Welche Vorzüge die Residents erhalten
Die Residents erhalten ein Paket steuerlicher und regulatorischer Erleichterungen, das auf langfristige Modernisierung und Exportfähigkeit abzielt:
- Befreiung von der Körperschaftsteuer unter der Bedingung der Wiederinvestition;
- Befreiung von Grundsteuer, Umweltsteuer und Immobiliensteuer;
- vereinfachte Zollverfahren und erleichterte Exportkontrollen für militärische Güter;
- spezielle Devisen-Erleichterungen durch die Nationalbank;
- Möglichkeit, den Zugang zu bestimmten Informationen in öffentlichen Registern einzuschränken;
- Unterstützung bei der Verlagerung von Produktionsstätten und Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit der Produktionskapazitäten.
Warum das jetzt wichtig ist
Die Entscheidung fällt vor dem Hintergrund erheblicher Kreditunterstützung für die Branche: Am 26. Dezember wurde eine Konsortialvereinbarung über 21,5 Mrd. UAH für die Verteidigungsindustrie unterzeichnet. Die Kombination aus Finanzierung und steuerlichen Anreizen schafft einen quasi „Multiplikator“ für Investitionen in Produktion, Sicherheit und Export — also reale Auswirkungen auf die Verteidigungsfähigkeit des Landes.
Praktische Effekte — Verlagerung von Unternehmen in sichere Regionen, Beschleunigung der Beschaffung von Komponenten, Erhöhung der Serienproduktion von Abfangsystemen und Aufklärungsdrohnen — könnten bereits mittelfristig spürbar werden, wenn die Implementierungsmechanismen schnell und transparent funktionieren.
Wie es weitergeht
Die wesentlichen Risiken sind bürokratische Verzögerungen bei der Auswahl der Residents und unzureichende Kontrolle über die Nutzung der Vergünstigungen. Ein Erfolgszenario erfordert, dass Regierungsbekundungen in unterzeichnete Verträge und konkrete Infrastrukturprojekte münden.
Kurzprognose: Wenn der Staat ein transparentes Auswahlverfahren und Kontrolle über die Wiederinvestition sicherstellt, kann Defence City zum Katalysator für die Modernisierung der Verteidigungsindustrie werden. Überwiegen dagegen kurzfristige Vorteile, wird der Effekt der Vergünstigungen deutlich geringer ausfallen.