Trump hob den 25%-Zoll für Indien auf — was das für die Ölströme aus Russland und die Sicherheit der Ukraine bedeutet

Das Weiße Haus hat die Aufhebung zusätzlicher Zölle angekündigt, nachdem mit Indien Vereinbarungen über die Einstellung der Einfuhr russischen Öls und die Ausweitung der Verteidigungszusammenarbeit erzielt wurden. Die Entscheidung ist politisch nachvollziehbar, stößt in der Praxis jedoch auf Verträge, Rabatte und Marktwandel.

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Kurz — warum es Beachtung verdient

US-Präsident Donald Trump hat einen Exekutiverlass unterzeichnet, mit dem der zusätzliche 25%-Zoll auf Waren aus Indien aufgehoben wird, der im August 2025 als Reaktion auf den Einkauf russischen Öls durch indische Unternehmen eingeführt worden war. In der Entscheidung Washingtons werden eine Reihe politischer Schritte Indiens genannt – von Zusagen im Energiesektor bis hin zu einem zehnjährigen Rahmenabkommen über die Verteidigungszusammenarbeit. Das ist eine bedeutende diplomatische Verschiebung, die zugleich wirtschaftliche und geopolitische Folgen haben wird.

Was im Weißen Haus verkündet wurde

"Indien hat sich verpflichtet, den direkten und indirekten Import von Öl aus der Russischen Föderation einzustellen, erklärte die Absicht, Energieträger aus den USA zu kaufen, und hat außerdem kürzlich einem Rahmenabkommen mit den Vereinigten Staaten zur Ausweitung der Verteidigungszusammenarbeit für die nächsten 10 Jahre zugestimmt."

— Donald Trump, Präsident der USA (Exekutiverlass)

Nach Angaben der Pressestelle des Weißen Hauses tritt der Erlass am Samstag, dem 7. Februar, in Kraft. Neben der Aufhebung des zusätzlichen 25%-Zolls haben sich die USA und Indien darauf geeinigt, den sogenannten „gegenseitigen“ Zoll zu senken – wodurch der effektive Zollsatz auf 18% reduziert wird.

Politischer Kontext und Motivation

Diese Entscheidung ist ein Beispiel dafür, wie handelswirtschaftliche Instrumente genutzt werden, um schnell außenpolitische Ziele zu erreichen: Einerseits zeigen die USA Bereitschaft, instrumentelle Fortschritte eines Partners zu belohnen; andererseits versuchen sie, Energieflüsse in ihren wirtschaftlichen Interessen umzulenken, indem sie den Kauf amerikanischer Treibstoffe fördern. Für Indien umfasst das Anreizpaket nicht nur wirtschaftliche Vorteile, sondern auch eine Vertiefung der Verteidigungszusammenarbeit.

Praktische Beschränkungen: Übergangsverträge und russische Rabatte

Offizielle und mediale Quellen (Reuters, NDTV, Bloomberg) heben die Realitäten des Marktes hervor: Indische Raffinerien haben bereits vertraglich gebuchte Ladungen mit Verschiffung im Februar und Zustellung im März – ein Zeichen dafür, dass ein sofortiges Ende der Lieferungen nicht zu erwarten ist. Außerdem hat Moskau die Rabatte für sein Öl nach Indien erhöht, was die Bereitschaft Neu-Delhis, die Vereinbarung mit den USA strikt einzuhalten, auf die Probe stellt.

Was das für die Ukraine bedeutet

Die Verringerung der Zahl der Abnehmer russischen Öls ist ein positiver Schritt, um den Sanktionsdruck auf den Kreml zu erhöhen, da Einnahmen aus Energieexporten militärische und politische Ausgaben der RF finanzieren. Gleichzeitig wird die Wirkung verzögert eintreten: Es bestehen vertragliche Verpflichtungen, Preiswettbewerb (russische Rabatte) und die Möglichkeit einer Umorientierung der Lieferungen über andere Märkte. Das heißt: Es ist ein wichtiger geopolitischer Vorteil, aber kein sofortiger Durchbruch.

Fazit — warum das wichtig ist und worauf zu achten ist

Trumps Entscheidung ist ein Beispiel pragmatischer Diplomatie: Handel mit Zöllen wurde zum Instrument großer Politik. Für die Ukraine ist entscheidend, ob sich diese Vereinbarungen in eine tatsächliche Verringerung der Geldströme nach Moskau und nicht nur in Absichtserklärungen übersetzen. Die nächsten Wochen werden zeigen, wie schnell Indien die übernommenen Verpflichtungen erfüllen kann und wie Russland mit seiner Preisstrategie darauf reagiert.

Quellen: Pressestelle des Weißen Hauses, Reuters, Bloomberg, NDTV.

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