Kurz und bündig
Ukrainische Straßengüterverkehrsunternehmen können nun Frachttransporte ohne bilaterale und Transitgenehmigungen in 35 Ländern durchführen. Offiziell teilte das Ministerium für die Entwicklung von Gemeinden und Territorien mit — die Entscheidung ist nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die ökonomische Stabilität des Landes während des Krieges bedeutsam.
Was sich genau geändert hat
Der Liberalisierungsmodus umfasst alle 27 EU-Länder sowie Norwegen, Großbritannien, die Schweiz, Moldawien, Georgien, die Türkei, Montenegro und Nordmazedonien. Separate Vereinbarungen mit Montenegro, Großbritannien und der Schweiz erlauben Transporte nicht nur in diese Länder, sondern auch durch sie hindurch in Drittländer. Das Abkommen mit der EU wurde im Juni 2022 unterzeichnet und Ende September bis 2027 verlängert.
Warum das wichtig ist — Rationalisierung
Der Zugang ohne Genehmigungen verringert die Betriebskosten, verkürzt die Zeit für die Dokumentenabwicklung und erhöht die Planbarkeit der Logistikketten. Für Exporteure und Importeure bedeutet das einen schnelleren Marktzugang, geringere Transportkosten und eine gesteigerte Wettbewerbsfähigkeit ukrainischer Unternehmen.
„Die Liberalisierung des internationalen Straßengüterverkehrs ist eine direkte Unterstützung der ukrainischen Wirtschaft in Kriegszeiten. Wir arbeiten systematisch daran, dass ukrainische Transportunternehmen stabilen Zugang zu internationalen Märkten ohne unnötige Bürokratie, Genehmigungen und manuelle Verfahren haben“
— Oleksii Kuleba, Vizepremierminister für den Wiederaufbau der Ukraine
Praktische Folgen für Marktteilnehmer
Für große Logistikbetreiber ist das eine Chance, die Flotte zu optimieren und Standzeiten an den Grenzen zu reduzieren. Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bedeutet es eine Senkung der Markteintrittsbarrieren. Gleichzeitig stärkt die Ukraine damit ihren Status als zuverlässiger Transitpartner für Europa und die Nachbarländer.
Risiken und was noch zu tun ist
Die Liberalisierung an sich garantiert keinen automatischen Effekt: Es bedarf der Kontrolle der Sicherheitsstandards im Transport, von Antikorruptionsmechanismen bei der Lizenzvergabe und von Investitionen in die Infrastruktur (Grenzübergangsstellen, Ladungsscans, Dispositions- und Leitsysteme). Wichtig ist außerdem, dass staatliche und private Stellen koordiniert zusammenarbeiten, um Missbrauch zu minimieren.
Fazit — kurze Prognose
„Die ‹Transport‑Visafreiheit› gibt der Ukraine ein konkretes Instrument zur Unterstützung von Export und logistischer Resilienz während des Krieges. Der nächste Schritt ist, diese Politik in einen langfristigen Vorteil zu verwandeln: Investitionen in die Infrastruktur, transparente Spielregeln und engere Koordination mit europäischen Partnern. Die Wirkung der neuen Möglichkeiten wird in Kilogramm gelieferter Waren, in der Anzahl der Fahrten und in eingesparten Euro gemessen werden — nicht in großen Worten.“