NBU zur Schließung von Revolut-Konten: Regulierungsdialog statt „Hintertüren“

Der Gouverneur der Nationalbank der Ukraine (NBU) erläuterte, warum die Eröffnung von Konten über eine litauische Struktur Beanstandungen seitens des Regulators ausgelöst hat und was das für den Zugang der Ukrainer zu ausländischen Fintech-Dienstleistungen bedeutet.

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Андрій Пишний (Фото: НБУ)

NBU: Das ist kein Konflikt, sondern Kontrolle der Regeln

Der Dialog der Nationalbank mit Revolut — kein öffentlicher Skandal, sondern eine Prüfung der Form des Markteintritts in die Ukraine. Für den Nutzer ist das wichtig: davon hängt die Zugänglichkeit von Konten, die Geschwindigkeit von Überweisungen und der Schutz vor Risiken im Zusammenhang mit Geldwäsche und Sanktionshaftung ab.

"Ich bin kategorisch dagegen, dass der Markt durch die Hintertür betreten wird, während die vorderseitigen Türen offenstehen. [...] Wir haben einen guten Dialog mit dem Unternehmen, und ich halte ihn nicht für konfliktbehaftet. Nein, absolut nicht. Das ist ein normaler regulatorischer Dialog. Es hat eine Kommunikation stattgefunden. Danach, so verstehe ich, folgt einfach eine Pause für die entsprechende Entscheidungsfindung. Betrachten Sie diese Situation nicht so, als hätten wir jemandem die Tür zugeschlagen. Sie waren offen und bleiben offen"

— Andriy Pyshnyi, Leiter der Nationalbank der Ukraine

Was passiert ist

Revolut erlaubte 2025 Ukrainern, Konten über die litauische Einheit Revolut Bank UAB zu eröffnen. Im Dezember 2025 kündigte das Unternehmen an, seine Tätigkeit in der Ukraine einzustellen und die eröffneten Konten ab dem 22. Februar 2026 zu schließen. Die Nationalbank ist der Ansicht, dass die Tätigkeit über ausländische Einheiten ohne offizielle Zweigstelle oder Lizenz dem ukrainischen Recht widerspricht: Auf unserem Hoheitsgebiet sind nur eine Zweigstelle einer ausländischen Bank oder eine ukrainische Banklizenz zulässig, von denen jede die Genehmigung des Regulators und eine umfassende Prüfung erfordert.

Warum das für Sie wichtig ist

Erstens geht es um den rechtlichen Rahmen. Wenn ein Unternehmen Dienstleistungen in der Ukraine ohne die richtige Rechtsform anbietet, ist das ein Risiko für die Kunden: eingeschränkte Schutzmechanismen, erschwerter Zugang zu Entschädigungen und Kontrolle der Transaktionen. Zweitens betrifft es die finanzielle Sicherheit — der Regulator bewertet Reputation des Gründers, Geschäftsmodell und finanzielle Stabilität, um systemische Risiken zu vermeiden. Drittens ist es ein Test für den Markt: Können ausländische Fintech‑Anbieter unter den Bedingungen des ukrainischen Rechts konkurrieren?

Kontext: Der Markt verändert sich

In diesem Zusammenhang ist das Beispiel Iute — das Anfang 2026 durch den Erwerb eines lokalen Vermögenswerts eine Lizenz erhalten hat — aufschlussreich. Parallel dazu hat die Nationalbank im Februar mehrere kleine Banken geschlossen, die sich im Abwicklungsverfahren befinden. Das ist ein Signal: Der Regulator verbindet den Zugang für neue Marktteilnehmer mit strenger Überwachung der Regelkonformität.

Wie es weitergeht

Die Nationalbank hat ihre Bereitschaft bestätigt, das Dokumentenpaket von Revolut zu prüfen, falls es in ordnungsgemäßer Form eingereicht wird. Für die Ukrainer bedeutet das zwei Dinge: Entweder wählen die Unternehmen den transparenten Weg — Zweigstelle oder Lizenz — und treten vollständig in den Markt ein, oder sie riskieren Beschränkungen und Unannehmlichkeiten für die Nutzer. Analysten und Bankenexperten merken an: Konsequente Regulierung erhöht das Vertrauen von Investoren und Nutzern, kann zeitweise aber das Angebot an Diensten einschränken.

Fazit: Es geht nicht um persönliche Vorwürfe, sondern um die Spielregeln. Jetzt sind die Unternehmen am Zug: Entweder die Einhaltung ukrainischer Standards, oder das Arbeiten außerhalb dieser Standards mit entsprechenden Folgen für die Kunden.

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