Warum diese Nachricht wichtig ist
Nach dem schlimmsten Jahr für den Ölmarkt seit 2020 sind die Kurse wieder gestiegen: Brent auf $61,07, WTI auf $57,64. Reuters nennt als Auslöser für den kurzfristigen Anstieg ukrainische Drohnenangriffe auf russische Ölobjekte und Druck auf den venezolanischen Export. Für den ukrainischen Leser geht es dabei nicht nur um Kraftstoffpreise, sondern auch um Logistik, Inflation und die Möglichkeiten externer Unterstützung.
Wachstumstreiber
Unterbrechungen im Angebot. Die Aussetzung des Exports von venezolanischen Feldern und lokale Störungen – zum Beispiel die Stilllegung des Terminals КПК wegen schlechten Wetters – verringern das verfügbare Angebot am Markt.
Geopolitische Angriffe. Gezielte Angriffe auf Infrastruktur erhöhen das Risiko kurzfristiger Versorgungsunterbrechungen.
Das Sentiment der Händler. Auch Verhandlungen auf höchster politischer Ebene spielen eine Rolle – Investoren reagieren auf diplomatische Signale zwischen den USA und der Ukraine sowie auf Chinas Pläne zum Aufbau von Reserven.
"Das Jahr 2026 wird wichtig sein, um die Entscheidungen der OPEC+ zur Balance der Lieferungen zu bewerten"
— Jun Goh, Analyst bei Sparta Commodities
Was das für die Ukraine bedeutet
Steigende Preise haben eine doppelte Wirkung. Einerseits stärken sie den globalen Energiesektor – was die Widerstandsfähigkeit der Partner erhöhen kann, von denen wir in militärtechnischer und energiebezogener Hilfe abhängig sind. Andererseits steigen die Kosten für Kraftstoff, Logistik und Energie, was den Druck auf den Haushalt erhöht und die Inflation für die Bevölkerung antreibt.
Für die Verteidigung bedeutet das teurere Logistik und Wartung; zugleich können stabilere Preise im Bereich von $60–65 der Regierung mehr Spielraum bei der Ausgabenplanung geben.
"Derzeit erwarten wir ein ziemlich langweiliges Jahr für Ölpreise (Brent) im Bereich von etwa $60–65 pro Barrel"
— Suvro Sarkar, Analyst bei DBS
Prognose und Risiken
Analysten sind sich einig: Wenn die OPEC+ eine Pause bei der Fördersteigerung beibehält, dürfte der Markt wahrscheinlich in einem Bereich von etwa $60–65 pro Barrel bleiben. Die Risiken bleiben jedoch – weitere Lieferunterbrechungen oder eine plötzliche Nachfrageerholung könnten das Bild schnell ändern.
Entscheidungsfrage: Werden diplomatische Signale und vorübergehende Schwankungen in langfristige Verträge münden, die die Märkte stabilisieren und ukrainische Interessen in Zeiten der Unsicherheit schützen?